basics: sammeln – waschen – verkochen

Damit das mal klar ist – falls es hier Fragen gab! ;o)

Sammeln:
Dass man Pflanzen, die man essen will, im Straßengraben oder auf der Hundewiese gar nicht erst sammelt, versteht sich von selbst. Ebenso ist ein gewisser Sicherheitsabstand zu stark begangenen Spazierwegen zu empfehlen, auch wenn eventuelle Duftmarken von Hunden für uns Menschen weder infektiös noch wahrnehmbar sind. Überall anders (auch in vielen Gärten!!) sind die Eier des Fuchsbandwurmes ein Thema – insbesondere an kleinen, erhöhten Stellen (Baumstümpfe), die Füchse gerne markieren. Übrigens können auch Hund und Katze an der Verbreitung beteiligt sein, was die ganze Thematik wieder relativiert, weil es zeigt, wie unwahrscheinlich (oder ungefährlich?) eine Infektion tatsächlich ist – aber das ist ein eigenes Kapitel.

Waschen:
Vor allem wenn Kinder mitessen – was natürlich ausdrücklich erwünscht ist -, ist Sauberkeit geboten.
Früchte lassen sich ohnehin leicht waschen, auch die meisten Blätter. Die einzigen Pflanzen, die ich gar nicht wasche, sind Kräuter, die
1. Drüsenhärchen haben (sie enthalten ätherische Öle o.a. Wirkstoffe und brechen leicht)
2. an einsamen, unbelasteten Orten wachsen
3. zum Lagern getrocknet werden sollen.

Die gesammelten Pflanzen UNZERKLEINERT kurz ins Wasser legen, kräftig darin schwenken und unter fließendem Wasser gut abspülen. Abschütteln und ev. mit einem Geschirrhangerl trockentupfen.

Kochen:
Mein Grundrezept für Wildkräutersuppe
Gehackte Zwiebel leicht anrösten, mit Wasser aufgießen und würzen. (mit Salz, Selleriegranulat, Gundelrebe, Schafgarbe, Majoran, … oder einer guten Suppenwürze ohne Geschmacksverstärker) Geschälte, gewürfelte Kartoffeln zugeben, weichkochen. Vom Feuer nehmen, zerkleinerte Pflanzen dazu (soll gerade nicht mehr kochen) und je nach Wunsch mehr oder weniger gründlich pürieren. Mit etwas Pfeffer abschmecken.
Verfeinern:
> molliger wird die Suppe mit etwas Schlagobers; oder
> 1 TL Sauerrahm in jeden Teller Suppe
> einen geriebenen Erdapfel mitkochen
Eine klassische Wildkräutersuppe ist die  „Grüne 9e“, bzw. 9-Stärke, Neunkräuter-Suppe oder Gründonnerstagssuppe – in Literatur und Internet hinlänglich beschrieben.

Entbittern:
Manche Wildkräuter, wie der Löwenzahn oder der Spitzwegerich, sind besonders bitter. Hier darf entbittert werden, wobei immer noch genügend Bitterstoffe im Kraut zurückbleiben.

Die Blätter waschen, abschütteln und fein quer schneiden (max. ½ cm breit). In reichlich ungesalzenem Wasser 10 Min. leicht köcheln lassen. Vom Feuer nehmen und noch 10 Min. ziehen lassen. Abseihen und weiterverarbeiten, z.B. in eine fertige Kartoffelsuppe geben und noch einmal mit aufkochen.

 

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Über rapontica

Ich bin in der Steiermark geboren, habe in Wien Ernährungswissenschaften (Schwerpunkt Ernährungsökologie) studiert und lebe mit Mann und Hund im Wienerwald. Meine Lieblingsthemen sind essbare Wildpflanzen und Heil- bzw. Vitalpilze; zu den Pilzen habe ich in Winterthur (Schweiz) eine Fortbildung zur Mykotherapeutin absolviert. In Fachbeiträgen, Kursen und Vorträgen gebe ich dieses Wissen regelmäßig weiter - immer vor dem Hintergrund der menschlichen Ernährung im Wandel der Zeit. Dabei ist mein Ziel nicht die schlichte Wissensvermittlung, sondern das Weitergeben der Faszination für die Pflanzenwelt vor unserer Nase - und des teils verloren gegangenen Wissens um ihre Bedeutung für unsere körperliche und seelische Gesundheit.
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