Unsere Enten – die ganze Geschichte

Auf Wunsch sind jetzt endlich wieder einmal die Wurlis dran! Weil es aber jetzt im Winter nichts weltbewegendes zu berichten gibt auf diesem Gebiet (was sich aber in wenigen Wochen ändern wird – es wird bauliche Veränderungen geben müssen, damit die Damen in Ruhe brüten können), erzähle ich einmal, wie alles begann – und das war vor fast 2 Jahren.
Ich werde GAAAAANZ von vorne beginnen – es wird eine lange Geschichte!

Am 16. April 2009 haben wir unsere ersten beiden Enten bekommen: Ein Flugentenpärchen, weil mir gesagt wurde, dass dieser Rasse Fuchs und Marder nichts anhaben können – weil sie eben wegfliegen können. Sie heißen auch Warzenenten (wegen der „Maske“), Moschusenten (angeblich sondern sie ein nach Moschus riechendes Sekret ab – wer kann das schon wissen? … eine andere Legende behauptet, der englische Name „Muskovy“ kommt von mosquito – ich kann bestätigen, dass diese Enten Insekten liiiiieben!), Türkenenten, Barbarieenten (auch Barberie), und Stummenten – weil sie nicht quaken. Allerdings sind sie alles andere als stumm: Sie machen alle möglichen Geräusche und Töne, aber niemals so laut wie eine „echte“ Ente! Die Warzies sind nämlich zoologisch gesehen gar keine Enten: Sie sind mit den Gänsen näher verwandt als mit den Enten. Darum das fehlende Quaken, die fehlende Erpellocke beim Erpel und die 5-wöchige Brut – „echte“ Enten schlüpfen nach spätestens 4 Wochen Brutzeit.
Jedenfalls, wenn man im Restaurant auf der Speisekarte „Flugentenbrust“ liest, dann ist damit nicht eine Wildente gemeint, sondern diese – sie stammen übrigens aus Mittel- und Südamerika.

Aber jetzt zu den Darstellern:

  
Daisy (wie sonst könnte eine Ente heißen), eine hübsche „Herzschecke“ (nach dem schwarzen Fleck am Rücken), und ihr Gefährte Bertl (nach Dagobert, eh klar), ein sehr stattlicher Erpel mit beeindruckender Warzenmaske! Trotzdem hatte sie die Hosen an.

 Das erste Ei – wer hätte das gedacht!! 😉

Und dann!!!!!!! ………

Von den Gelben, die später weiß werden, sind 3 leider von wohlmeinenden Nachbarinnen zu Tode gefüttert worden – Haferflocken und kein Wasser dazu, das verstopft den kleinen Küken die Hälse. Wir hatten dann schließlich 3 Mädchen und 2 Buben, die beiden Schecken waren von jedem eines. Das gescheckte Fräulein haben wir jetzt noch, das ist Daisy 2 – aber davon später.

          
… die Schneckenjagd (ganz links) ist leider unscharf, weil alles so schnell ging…
Ja genau, nicht nur Indische Laufenten fressen Schnecken!

Huch – was führt die Mama da plötzlich auf – !! Das erste Mal am Bach war wirklich ein Erlebnis, auch für uns Zuschauer: Die Daisy hatte viele Wochen lang das Gehege nicht verlassen und durfte zum ersten Mal wieder ins Wasser! Es war eine wilde Party, aber die Kleinen haben sich sehr schnell daran gewöhnt – und danach täglich mitgefeiert.

Der Papa ist auch schauen gekommen. Er war grad mitten in der Mauser, wie man sieht: Normalerweise sind die Federn seiner großen Flügel so lang, dass der schwarze Fleck praktisch nicht zu sehen ist. Auf dem Bild sieht man, dass an den Flügeln gerade viele neue Federn nachwachsen – aber man muss schon etwas genauer hinschauen!
Entenmamas haben zu diesem Zeitpunkt noch ganz andere Sorgen, sie werfen ihre Flügelfedern erst ab, wenn die Küken zu fliegen beginnen. Somit bleiben sie die gesamte Kükenzeit hindurch flugfähig. (… als würden sie irgendwo hinfliegen, ohne ihre Kinder…)

Nach ca. 2 Wochen schauen die „Babies“ dann so aus: keine richtigen Küken mehr, das Flügerl wie ein kleiner Finger! Trotzdem „flattern“ sie gerne damit… Hier sind ein Bruder und eine Schwester zu sehen.

Und hier haben wir die ganze damalige Rasselbande: Das war im Herbst 2009, da hatten wir gerade die Pommernenten neu: hinterm Zaun, das waren 2 Schwarze und 2 Graue (im Fachjargon „Blaue“), jeweils mit weißem Latz – die Pommern schauen immer aus wie Zimmermädchen. Aber die haben wir leider nicht mehr, die konnten (als „echte“ Hausenten) nämlich nicht fliegen… aber das ist eine andere Geschichte.

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Über rapontica

Ich bin in der Steiermark geboren, habe in Wien Ernährungswissenschaften (Schwerpunkt Ernährungsökologie) studiert und lebe mit Mann und Hund im Wienerwald. Meine Lieblingsthemen sind essbare Wildpflanzen und Heil- bzw. Vitalpilze; zu den Pilzen habe ich in Winterthur (Schweiz) eine Fortbildung zur Mykotherapeutin absolviert. In Fachbeiträgen, Kursen und Vorträgen gebe ich dieses Wissen regelmäßig weiter - immer vor dem Hintergrund der menschlichen Ernährung im Wandel der Zeit. Dabei ist mein Ziel nicht die schlichte Wissensvermittlung, sondern das Weitergeben der Faszination für die Pflanzenwelt vor unserer Nase - und des teils verloren gegangenen Wissens um ihre Bedeutung für unsere körperliche und seelische Gesundheit.
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6 Antworten zu Unsere Enten – die ganze Geschichte

  1. Maria Siller schreibt:

    Meine 1. Ente kam 2000 als Findelkind mit einem Alter von ca. 2 Tagen zu uns. Wir wussten nicht, was aus diesem gelben Häufchen einmal werden sollte. Wir haben es in der Küche aufgezogen, es schlief am liebsten in der Hemdbrusttasche meines Mannes oder unter dem Pulli meiner Töchter. Dagobert wuchs zu einem stattlichen Erpel heran. Wir besorgten ihm eine Frau namens Emma. Schließlich bekamen wir noch 13 Küken von den beiden. Emma wurde 9 und Dagobert 13 Jahre alt. Sie waren nicht nur Haustiere sondern auch Freunde und Beschützer, ein Wachhund hätte gegenüber Dagobert den kürzeren gezogen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit ihren Enten! LG Maria

    • rapontica schreibt:

      Das ist vielleicht eine entzückende Geschichte! Schön, dass die beiden so „alt“ werden durften. Unser ältester Erpel hieß auch „Bertl“ – nach Dagobert Duck. (Walt Disney lässt grüßen. ;D) Er wurde fünf Jahre lang jedes Jahr Vater bzw. Großvater; aber 2013 mussten wir aus beruflichen Gründen alle Enten und Hühner weggeben. Entenhaltung ohne Stall geht bei uns leider nicht; wir haben jedes Jahr welche an Fuchs und/oder Marder verloren. :(( Aber natürlich denke ich regelmäßig darüber nach, wie ich es anstellen könnte, wieder welche zu haben! 😉

  2. Anonymous schreibt:

    Schade sind sehr interessante Enten. Haben unsere Moschusenten daheim das ganze Jahr über in Freilandhaltung schlafen teilweise auch auf Bäumen.

  3. Anonymous schreibt:

    wir wollen mehr von den Moschusenten lesen 🙂

    • Anonymous schreibt:

      Es tur mir schrecklich leid, aber seit 2 Jahren haben wir kein Geflügel mehr! 😥
      Ich musste sie aufgrund einer beruflichen Veränderung und blutenden Herzens weggeben.
      Ich überleg mir immer wieder, ob wir uns vielleicht Hochflugenten nehmen sollten, die leben in den Bäumen und müssen nicht abends pünktlich eingesperrt werden. 😉

      Auf huehner-info.de gibt es ein Forum mit einer Enten-Rubrik. Da kann man auch Entengeschichten lesen, aber natürlich ist es eher ein Informationsaustausch.
      Liebe Grüße!
      Gerit

  4. Anonymous schreibt:

    süß enten sind meine liblings tiere

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