Wilde Kräuter für müde StadtindianerInnen

Gestern habe ich mit meiner Freundin Brigitte wieder ein Wildkräuter-Seminar gegeben, diesmal ein Einsteigerkurs. (Teil 2 am 19. 5.) Es war wieder ein total netter Kurs, trotz Schlechtwetter – wir hätten ja zu Beginn gerne eine kleine Kräuterwanderung gemacht, dann war es aber der kälteste Tag seit Frühlingsbeginn (rein subjektiv) – düster, keine 10 Grad über Null, und sehr windig. UND Regen. Also haben wir eine Menge Grünzeug reingeholt – das heißt, wir beide haben gesammelt, bis uns die Finger in der Kälte nicht mehr gehorchen wollten… Aber es war einfach zu verlockend, was es schon alles zum Sammeln gibt! Für mich ist das highlight dieses Frühlings das Wiesenschaumkraut. Wer von euch hätte gedacht, dass es eine Delikatesse ist? Als Kreuzblütler ist es verwandt mit Kresse, Senf und Kren, alles mehr oder weniger scharf. So auch das Wiesenschaumkraut: Es erinnert sehr stark an Kresse.

 Foto: Guido Gerding (aus Wikipedia)

Im Kurs ist mir wieder einmal klar geworden, wie groß die Sehnsucht nach dem Wilden, dem Bodenständigen, nach den „geheimen“ Kostbarkeiten ist. Die meisten kennen schon einige Wildkräuter, oft aber ohne es zu wissen! Als Kinder haben wir uns über die „Spucke“ auf dem duftigen Frühlingsblüher (nach der sie auch benannt ist – „Wiesenschaum“) bestimmt irgendwann gewundert. Jetzt können wir die Pflanze unter einem ganz anderen Gesichtspunkt sehen! 😉 Hier findet ihr meinen Artikel, der in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift des Vereins Permakultur Austria erschienen ist. Er ist den „müden StadtindianerInnen“ gewidmet – nicht dass ich denke, alle Stadtmenschen seien müde! Aber sehr viele Menschen die ich kenne leiden häufig unter Erschöpfung. Und das betrifft nicht nur StadtbewohnerInnen: Auch „am Land“ lebt man heute eigentlich wie „die Stadtmenschen“. In diesem Sinne wieder einmal ein Plädoyer für das Spazierengehen und Kräutersammeln!

Advertisements

Über rapontica

Ich bin in der Steiermark geboren, habe in Wien Ernährungswissenschaften (Schwerpunkt Ernährungsökologie) studiert und lebe mit Mann und Hund im Wienerwald. Meine Lieblingsthemen sind essbare Wildpflanzen und Heil- bzw. Vitalpilze; zu den Pilzen habe ich in Winterthur (Schweiz) eine Fortbildung zur Mykotherapeutin absolviert. In Fachbeiträgen, Kursen und Vorträgen gebe ich dieses Wissen regelmäßig weiter - immer vor dem Hintergrund der menschlichen Ernährung im Wandel der Zeit. Dabei ist mein Ziel nicht die schlichte Wissensvermittlung, sondern das Weitergeben der Faszination für die Pflanzenwelt vor unserer Nase - und des teils verloren gegangenen Wissens um ihre Bedeutung für unsere körperliche und seelische Gesundheit.
Dieser Beitrag wurde unter essen, kräutersammeln, nur so abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s