Oktoberwaldstrudel

Hab ich endlich auch mal einen richtigen Herrenpilz gefunden! Wurde nach den ganzen Frauentäublingen im September aber auch Zeit.

Ich hab ihn kleingeschnippelt und zu den gerösteten Zwiebeln und Knoblauch getan. Dann einen Esslöffel Suppenstock dazu und alles schön durchgebraten. Nach dem Überkühlen gekochte, gewürfelte Kartoffeln, Pfeffer, 2 rohe Eier und 100 g geriebenen Käse dazu, UND eine Handvoll klein geschnittenes Lungenkraut, das jetzt gerade so knackig grün sprießt, als gäbs keinen Winter! Dann alles in einen Blätterteig gewickelt, mit Öl bestrichen und bei 180 °C eine halbe Stunde gebacken. War ziemlich schnell wieder weg. 😉

Der Suppenstock ist sowas wie ein selbstgemachter Suppenwürfel: Frisches Gemüse (rote Rüben und anderes Wurzelgemüse, Selleriegrün, Kohlrabi, Zwiebeln und Knoblauch), mit viel Salz und etwas Öl in der Küchenmaschine fein zerkleinert und in saubere Gläser gefüllt, hält im Kühlschrank ziemlich lang. Bei Bedarf entnimmt man einfach ein, zwei Löffel. Und nicht nur für die Suppe.

Pilze & Radioaktivität

Wie viele Röhrlinge, zeigt auch der Herren- oder Steinpilz (Boletus edulis) seit 1986 eine gewisse radioaktive Belastung. Jedoch in viel geringerem Ausmaß als der Maronenröhling. Dennoch kann man sie hie und da als Lebensmittel konsumieren, auch den Maronenröhrling. Radioaktivität ist ein Naturphänomen, wir sind ihr – mit regionalen Schwankungen – ständig in kleiner Menge ausgesetzt.

Hin und wieder ein Pilz im Essen ist kein Problem; als Heilpilze – also kurmäßig – eingesetzt sieht es wieder anders aus. Also: Steinpilz und v.a. Maronenröhrling nur hie und da als Lebensmittel, aber NICHT als Heilmittel! Eigentlich schade; denn der Steinpilz soll Muskulatur und Sehnen entspannen. Doch für diese Zwecke gibt es ja andere, die im Handel (in Kapseln) erhältlich sind, ganz besonders den Austernseitling (Pleurotus ostreatus), mit dem man speziell im Bereich der Lendenwirbelsäule schon Erfolge verzeichnet haben soll.

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Über rapontica

Ich bin in der Steiermark geboren, habe in Wien Ernährungswissenschaften (Schwerpunkt Ernährungsökologie) studiert und lebe mit Mann und Hund im Wienerwald. Meine Lieblingsthemen sind essbare Wildpflanzen und Heil- bzw. Vitalpilze; zu den Pilzen habe ich in Winterthur (Schweiz) eine Fortbildung zur Mykotherapeutin absolviert. In Fachbeiträgen, Kursen und Vorträgen gebe ich dieses Wissen regelmäßig weiter - immer vor dem Hintergrund der menschlichen Ernährung im Wandel der Zeit. Dabei ist mein Ziel nicht die schlichte Wissensvermittlung, sondern das Weitergeben der Faszination für die Pflanzenwelt vor unserer Nase - und des teils verloren gegangenen Wissens um ihre Bedeutung für unsere körperliche und seelische Gesundheit.
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