5 Kräuter – 5 Joiks

15. 6. 2019, 14 – 18 h WIRD AM 14. SEPTEMBER WIEDERHOLT!
Referentinnen: Maria Kapelari, Gerit Fischer
Ort:
Steinhofgründe Wien, Treffpunkt Feuerwache am Steinhof, Johann Staud Straße 75
Anfahrt: Bus 46A und 46B, Haltestelle Feuerwache am Steinhof
Beitrag: € 48 (für Tauschkreis-Mitglieder € 24 + 2 Stunden)
Anmeldung: 0699 11 37 57 11 (Gerit) oder 0680 133 65 45 (Maria)

Kräutersammeln – eine Mischung aus Wahrnehmung, Intuition und Wissen. 5 Pflanzen erhalten in diesen Stunden unsere volle Aufmerksamkeit.

Joik –  der intuitive Gesang der Samen Nordeuropas. Wir treten mit den Pflanzen in Beziehung, erkunden ihr Wesen intuitiv und drücken dieses innere Erleben stimmlich aus.

daiga-ellaby-354483-unsplash_AusschnittKräuter beim Sammeln zu besingen, ist eine uralte Praxis – auch in unseren Breiten. In der wunderschönen Landschaft der Steinhofgründe durchstreifen wir die Wiesen, schauen, spüren, singen, kosten, lachen und lernen, verbinden uns mit denselben Nahrungs- und Heilpflanzen, die schon unsere Urahn/innen besprochen und besungen haben. Gleichzeitig erfahren wir so manches über das Sammeln, die Wirkung und Verwendung der Pflanzen.

Ein Erlebnis für alle, die sich für Stimme, Natur, Kräuter, Intuition, altes Kulturgut, Ernährung und Gesundheit interessieren.

mitbringen: wettergemäße Kleidung, ggf. Sonnenschutz, geländegängige Schuhe, Trinkwasser

Bei Regen, Sturm oder Schneefall kann die Führung kurzfristig abgesagt werden. Im Zweifelsfall bitte eine Stunde vor Beginn der Führung telefonisch nachfragen.

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Scharfmacher im Grünen

Und weiter gehts mit den Scharfstoffen, die für die Wildkräuter des Frühlings so typisch sind. Zwei Kandidaten sind jetzt gerade prominent: der Bärlauch (schon seit Wochen) und die Zwiebelzahnwurz (erscheint jetzt gerade am Waldboden).

Diesen Sonntag, am 17. März um 14 h, mache ich zu diesem Thema eine Kräuterwanderung, Treffpunkt wieder beim Bahnhof Unterpurkersdorf.

Die Zwiebelzahnwurz ist hier im Wienerwald besonders verbreitet. Und dennoch ist sie praktisch unbekannt! Dabei schmeckt sie genauso fein wie Kresse, mit der sie auch verwandt ist. Noch viel mehr Wissenswertes zur Zwiebelzahnwurz findet ihr in meinem Beitrag vom vorigen Frühling. UND natürlich bei der Wanderung am Sonntag! 😀

Weitere scharfe Frühlingskräuter: Hirtentäschel, Wiesenschaumkraut, Brunnenkresse, Knoblauchrauke, Barbarakresse, und später noch die Pfeilkresse. Die Schärfe des Bärlauch (wie auch von Zwiebel, Porree und Knoblauch) und aller oben genannten Kresseartigen beruht auf schwefelhaltigen ätherischen Ölen. Diese flüchtigen Substanzen regen die Leber- und Gallentätigkeit an und wirken antibiotisch. Letzteres macht die ganze scharfe Sippschaft interessant bei Entzündungen der Harn- und auch der Atemwege.

Um den Bärlauch kommen wir heuer natürlich noch lange nicht herum. Diesen Sonntag besuchen wir einen Bärlauch-Flecken und besprechen die Form der Blätter, wie sie in der Hand liegen, der Glanz der Blattober- und -unterseite, den speziellen Schwung des Bärlauchblattes im Vergleich zu den giftigen Doppelgängern und andere „greifbare“ Eigenschaften, die den Bärlauch eigentlich unverwechselbar machen. Es geht doch nichts über geschärfte Sinne, und der scharfe Bärlauch kann uns hier ein guter Lehrmeister sein! 🙂

Allfälliges weiteres Essbares nehmen wir wieder so im Vorbeigehn mit! 🙂 Und hier das Organisatorische:

Ort: beim Bahnhof Unterpurkersdorf
Uhrzeit: Sonntag, 17.3.2019, 14:00
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Eintritt: € 12 (für Tauschis 1 Stunde)
Infos & Anmeldung: 0699 11 37 57 11, gerit@gerit-fischer.at

Zur Einstimmung folgen ein paar Fotos zur Unterscheidung der Zwiebelzahnwurz (= ZZW) vom giftigen Buschwindröschen (= BWR)! Die Streber/innen unter euch können sich hier also schon mal vor-bilden. 🙂
Liebe Grüße & hoffentlich bis Sonntag!
Gerit

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Schön & scharf

Das Kräuterjahr beginnt in gewohnter Schärfe, mit Bärlauch, Wiesen- und sonstigen Schaumkräutern, Hirtentäschel und allem was da sonst noch kommen mag. Eine Schärfe, die von innen her wirkt und Keime in Lunge und Harnwegen bekämpft.

Wildkräuter-Wanderungen Knospen&Bärlauch

Noch vor den Kräutern werden die Knospen der Gehölze im Inneren grün, sie werden schon im ausgehenden Winter saftig und prall. (und noch vor den Gehölzen gibts natürlich die Winterpilze …) Diese mystische „Grünkraft“ wirkt durch ihre Enzyme, Pflanzenhormone, ihren Reichtum an Vitaminen und unzähligen anderen Nährstoffen. Sie sind in den äußerst stoffwechselaktiven Triebspitzen nicht nur hoch konzentriert, sondern auch gut zugänglich, weil die jungen Zellen noch dünne Zellwände haben.

Du bist was du isst! Drum ziehen wir gleich diesen Samstag los und schauen uns das alles genau an, damit es dann keine Verwechslungen gibt.
Ich möchte mit euch ein Bärlauch-Fleckchen besuchen, um eure Wahrnehmung auf den Wald-Knofel einzuschwören. Wir besprechen die möglichen Doppelgänger, die ausgerechnet beim beliebten Bärlauch wirklich giftig sind.
Und wir schauen uns die Baumknospen an, bevor sie aufplatzen und der wilde Frühling losbricht.

Ort: beim Bahnhof Unterpurkersdorf
Uhrzeit: Samstag, 9.3.2019, 14:30 – 16 h
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Eintritt: € 12 (für Tauschis 1 Stunde)
Infos & Anmeldung: 0699 11 37 57 11, gerit@gerit-fischer.at

Ich freu mich schon! 🙂
Liebe Grüße,
Gerit

P.S.: Hier eine kleine Vorschau!

PP.S.: Die Führung ist nicht zum Sammeln gedacht! Zum Anschauen genügen die Kräuter am Wegesrand. Appetitliche Plätzchen, wo wir Pflanzen zum Kosten finden, gibt es natürlich auch.

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Experiment Fermentation

Diese Galerie enthält 4 Fotos.

Ursprünglich veröffentlicht auf Food Coop Wienerwald:
Gemeinsam mit einigen anderen in unserer Food Coop habe ich mich einem „solidarischen Landwirtschaftsbetrieb“ angeschlossen, der uns bei jedem Treffen mit unseren Ernte-Anteilen beliefert. Bauer Rudi Hoheneder hat unsere Abnahmegarantie und bekommt…

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Grand Opening! :D

Food Coop Flyer 20. Oktober.jpg

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Das Reich der Pilze – Speisepilz, Giftpilz, Heilpilz

Langsam neigt sich die Kräutersammelsaison ihrem Ende zu, und die Pilze treten wieder in den Vordergrund. Wir begrüßen sie mit einer Pilz-Exkursion hier bei uns in Gablitz. Gleich unten ein Text zu den Inhalten.

Treffpunkt Exkursion: Donnerstag, 11. 10. 2018, 17:00
Friedhof Gablitz (oberer, kleiner Parkplatz)
Dauer ca. 1,5 Stunden.
Bei Fragen gerne mich anrufen: 0699 11 37 57 11

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An den Pilzen scheiden sich die Geister. Die einen lieben sie, die anderen ekeln sich davor, und viele fürchten sie. Pilze sind Lebensmittel, Heilmittel und Todbringer, Krankheitserreger und Kultobjekt. Als Magic Mushrooms, Krötenstuhl und Hexen-Flugmittel versprechen sie fantastische Höhenflüge – die schnell zum Verhängnis werden können.

Die Referentin Gerit Fischer präsentiert die Pilze aus dem Blickwinkel der Ernährungsökologin: zum einen als Nahrung, zum anderen als Teil des Ökosystems. Als Nahrung für uns Menschen wurden Pilze lange unterschätzt, bis sie von der Wellness-Wirtschaft als Nahrungsergänzungsmittel, ja sogar als Superfood entdeckt wurden. Ihr ökologischer Wert ist der einer Gesundheitspolizei, doch er geht noch weit darüber hinaus.

Die Mykotherapeutin und Vitalpilz-Fachberaterin bietet auch Einblick in die Möglichkeiten des Heilens mit Pilzen, der Krankheitsprävention und der vorsorglichen Konstitutionsstärkung. Auch wenn das uralte Wissen Europas über Speise- und Baumpilze großteils verloren gegangen ist, bieten die Traditionen anderer Kulturen – etwa im Baltikum, in Russland, in Fernost und Mittelamerika – Orientierung. Die moderne Forschung insbesondere in Japan, China und den USA untermauert diese Traditionen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Beschäftigung mit Pilzen ist ein Kurs in Achtsamkeit. Wer sich darauf einlässt und oft in den Wald geht, kann sich sogar ein Stück weit selbst versorgen, denn sie wachsen auch in unseren Wäldern, wo sie von Pflanzen und Tieren leben und umgekehrt den Tieren als Nähr- und Heilmittel dienen.

Im Rahmen dieser kleinen Expedition werden Pilze aufgespürt, die man ansonsten nie bemerkt und denen man ihr Potential kaum ansieht, Pilze verschiedenster Form und Größe. Vermutlich werden Sie sie danach mit ganz anderen Augen sehen.

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Food Coop Wienerwald-Kickoff – jetzt geht’s richtig los!

Am kommenden Dienstag, 2. 10. 2018, um 19:00 h startet unser Info-Treffen im Bahnhof Unterpurkersdorf! Es gibt …

  • eine kurze Vorstellung dieses Unterfangens, der Philosophie und Ziele
  • eine Präsentation zur FoodSoft, unserem Online-Bestell- und Bezahl-System, das mit Monatsbeginn aktiv wird
  • eine Verlosung unter allen Neuzugängen
  • ein kleines Food Coop-Buffet
  • ein Prost auf dieses Projekt!

Danach geht der Abend – für alle, die Lust haben und neugierig sind – in das monatliche Tauschkreis-Treffen über.

Fragen einfach hier als Kommentar, unter der angegebenen E-mail-Adresse (s. Flyer unten) oder bei mir: 0699 11 37 57 11
Ich hoffe auf zahlreiches Erscheinen!!!
Liebe Grüße!
Gerit

Food Coop Flyer Gabeln

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Nächste Food Coop Termine

Zum Bestellen, Abholen, Erkundigen, Anmelden, Einschulen, Kennenlernen, Einkaufen, Schnuppern, Tratschen, Kosten, …gabriel-gurrola-57458-unsplash_15

  • Samstag, 15. 9. 2018, 10 – 13 h
  • Samstag, 22. 9. 2018, 10 – 13 h
  • Dienstag, 2. 10. 2018, ab 19 h

Wie immer: Bahnhof Unterpurkersdorf, Bahnhofstraße 7, 3002 Purkersdorf

 

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Food Coop Wienerwald

Mit vorerst noch kleinen Schritten und großem Optimismus starten wir unsere Food Coop neu! Ausgangsbasis ist die Food Coop des Tauschkreises Wienerwald, die nur intern und daher ausschließlich auf Tausch-Basis lief. Tauschis brachten ihre eigenen Produkte aus Garten und Küche mit, was ein buntes Sammelsurium an Essbarem ergab. Es gibt im Tauschkreis auch Landwirte, bei denen auch Grundnahrungsmittel auf Tausch-Basis zu haben sind. Unsere Food Coop war angeblich die einzige bargeldlose Food Coop in ganz Mitteleuropa!

Aber das hat sich jetzt geändert, denn wir wollen Sortiment und Mitgliederkreis erweitern. Deshalb öffnen wir unsere Food Coop für Nicht-Tauschkreis-Mitglieder und für die Bezahlung mit Geld. Der Lebensmittel-Tausch mit der Stunde als Währung wird natürlich parallel weitergeführt.

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Die Abholung erfolgt im Bahnhof Unterpurkersdorf – vorerst an einem der 14-tägigen Ausgabetermine, soll in Zukunft aber flexibler gestaltet werden.

Unsere Auswahlkriterien an Lebensmittel und Hersteller sind:

  • nachhaltige, biologische Produktion, mit oder ohne Bio-Zertifikat
  • in regionalen Betrieben, zu denen wir persönliche Kontakte pflegen
  • gentechnikfrei
  • artgerechte Tierhaltung
  • kein Viehfutter aus Übersee
  • pflanzliche Lebensmittel aus der Erde (statt aus Steinwolle und anderen Substraten)

Bei einer Food Coop („Lebensmittel-Einkaufs-Kooperative“) tut sich eine Gruppe von Personen/Haushalten zusammen, um Sammelbestellungen direkt beim Hersteller zu tätigen. Man einigt sich auf Qualitätskriterien, wobei es üblicherweise um Regionalität, Soziales und andere Aspekte der Nachhaltigkeit geht.

Das erleichtert den Zugang zu Lebensmitteln, die der oder dem Einzelnen ansonsten nicht zugänglich wären, bei entsprechender Bestellmenge vielleicht sogar zu günstigeren Preisen. Das Bestellte muss zu fixen Zeiten an einem möglichst zentralen Ausgabeort abgeholt werden.

Auch wenn das alles nicht unbedingt praktischer und billiger ist als ein Supermarkt-Einkauf, hat man hochwertigere Lebensmittel und unterstützt ausgewählte Landwirtschaftsbetriebe.

Bist du interessiert, dann schreib uns gleich hier und jetzt! Oder an foodcoop-wienerwald@talenteverbund.at.
Wir freuen uns! 🙂
Liebe Grüße,
Gerit

 

 

 

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Jaaaa, die Zwiebelzahnwurz ist daaaaa!

Heuer haben sie mich überrumpelt: Normalerweise stochere ich, kaum dass der Winter vorbei ist, ungeduldig unterm Laub herum, um zu sehen, ob die Zahnwurz-Babys schon in den Startlöchern sind. Und diesmal waren sie plötzlich heraußen. Auch schön! 😀

Die Zwiebelzahnwurz heißt auch Zwiebeltragende Zahnwurz oder Zwiebelschaumkraut oder Cardamine bulbifera (alt: Dentaria bulbifera) und ist ein Kreuzblütler. Und was ein echter Kreuzblütler ist, hat mehr oder weniger Scharfstoffe – mehr im Fall von Kren oder Senf, weniger im Fall der Kohlgemüse-Pflanzen, die auch alle zu den Kreuzblütlern gehören. Unsere Zahnwurz hat so mittelviel, im Schärfe-Ranking vergleichbar mit ihren Schwestern Rucola und Kresse.

Frisch geschlüpft. Schon jetzt sind mehrere gefiederte Blätter erkennbar.

Wenn sie groß ist, erkennt man die Ähnlichkeit zu ihrem kleineren Geschwisterchen, dem Wiesenschaumkraut: Sie haben dieselben blassvioletten, kreuzförmigen Blüten. Die „Zwiebel“ im Namen bezieht sich auf die schwärzlich-grünen Kugerln, die zur Blütezeit in den Blattachseln erscheinen. Auch der lateinische Art-Name bulbifera weist auf diese „Bulben“ hin. Essbar ist die ganze Pflanze, man kann also die kleinen Kugeln vom Stiel streifen und – erraten: übers Essen streuen. 😀

… Bilder zum Vergrößern anklicken!

Und das ist junges Wiesenschaumkraut, wie es erst im späteren Frühling zu finden ist:

Wiesenschaumkraut_jung_4

Das sind übrigens die „Zähne“ der Zahnwurz:

Zwieberl, Bulbus, Kugerl, Klon
Aber wieso eigentlich Kügelchen? Alle anderen Pflanzen kommen ja auch ohne aus! Genau: Die Zahnwurz hat sich da etwas sehr Ungewöhnliches einfallen lassen. Zwar bildet sie auch Samen, die – nona – aus der Blüte hervorgehen, aber als zusätzliches Extra lässt sie ihre kugeligen Bulben zu Boden fallen, wo sie Wurzeln schlagen und sofort loswachsen können. Während Samen erst noch einen Keimprozess durchlaufen müssen. Dort, wo andere Pflanzen nämlich Seitenverzweigungen haben (also in den Blattachseln), sind bei der bulbifera diese Seitentriebe gestaucht und reduziert. Man kann an ihnen sogar andeutungsweise die Blattanlagen erkennen. Sie nabeln sich alsbald von der Pflanzenmama ab, um auf die Erde zu fallen. Die ist meistens feucht, denn das mag die Zahnwurz. Die Pflänzchen, die daraus entstehen, sind nicht durch sexuelle, sondern durch vegetative Vermehrung entstanden, es handelt sich also um Klone. Wie auch immer: Sie sind knackig und rettichähnlich scharf. Und man kann damit richtig Leute beeindrucken. 🙂

Zwiebelschaumkraut mit Zwiebelchen. In diesem Stadium ernten wir die Blüten und die kleinen Kügelchen.

Ich liebe die Zahnwurz, wenn sie noch so klein, glänzend, saftig, mild und zart ist wie jetzt im März. Außerdem lassen zu der Jahreszeit die anderen Wildkräuter noch auf sich warten. Hier die Wirkungen:

  • keimhemmend, „antibiotisch“, auch gegen Viren und pathogene Pilze (teils stark antibakteriell ⇒ Blasenentzündung, Atemwegsinfekte)
  • blutreinigend
  • Hautbild-verbessernd (Reinigung von innen)
  • „Schleimhautspülung“ von innen (Lunge/HNO, Harnwege)
  • Regulierung der Zellteilung (stark krebshemmend)
  • cholesterinregulierend
  • antithrombotisch, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes
  • blutdruckregulierend
  • knochenstärkend (durch Vitamin C, Calcium und unzählige andere Mineralstoffe)
  • bindegewebsstärkend
  • gegen Durchfall, Verstopfung, Blähungen

Als Nahrungsmittel saisonal im Frühling genossen, kann sie die genannten Leiden sehr effizient verhindern, auch im Wechsel mit Verwandten wie Kresse, anderen Schaumkräutern oder Hirtentäschel. Bestehende Probleme zu bekämpfen, ist immer etwas langwieriger.

Von Senf, Iod und Riesendrüsen
Die enthaltenen Senföle (s. nächster Absatz) können die Iodaufnahme aus der Nahrung reduzieren und so einen Iodmangel hervorrufen. In extremen Fällen kann es zu einer krankhaften Vergrößerung der Schilddrüse, einem „Kropf“, kommen. Das passiert aber nur bei jahrelanger, sehr einseitiger Ernährung mit Kohlgemüse und anderen Kreuzblütlern. Auch hier gilt: Wer aus „Vorsicht“ auf Kreuzblütler verzichten würde, würde sich größeren Schaden zufügen, als wenn er normale Mengen konsumiert.

Von Zucker und Senf
Für diese Effekte sind die scharfen Senföle (= Isothiocyanate) verantwortlich. Sie werden aus ihren Glycosiden (den Glucosinolaten, auch „Senfölglycoside“) freigesetzt, sobald die Zelle verletzt wird, nämlich durch Kauen oder Zerschneiden. Denn die Abspaltung des Senföls aus seinem Glycosid wird von einem Enzym bewerkstelligt, das in der intakten Zelle separat aufbewahrt wird. Erst durch Verletzung der Zelle kommen die beiden zusammen und das Enzym schneidet den Zucker (die Glucose, = das komische Sechseck links vom S) ab. Der verbleibende Molekülrest ist das Senföl.

Falls jemanden die Formel interessiert (© Benjah-bmm27):

Deshalb wird auch der Kren traditionellerweise nicht gerieben, sondern „gerissen“, dafür ist der komische Teil auf der Reibe da – der mit den vielen spitzen, kleinen Zähnchen. So werden die Zellen erst so richtig zermerschert, und die volle Schärfe kann sich entfalten. Senfölglycoside kommen in Mitteleuropa ausschließlich in Kreuzblütlern vor.

Die verschiedenen Selföle sind – genau wie die ätherischen Öle – fettlöslich und werden im obersten Dünndarmabschnitt, also gleich nach dem Magen, sehr leicht ins Blut aufgenommen. Wenn sie nicht vorher schon von irgendeinem hilfreichen Darmbewohner gefressen wurden, denn auch die freuen sich drüber; die weniger hilfreichen werden praktischerweise zerstört oder gehemmt. (Senföle sind schließlich bakterizid)

Ausgeschieden werden sie über Niere und Blase, sodass sie auch hier nochmal ihre antimikrobielle Wirkung entfalten können, z.B. bei einer Blasenentzündung.

Zu den Senfölglycosiden kommt noch eine Menge Vitamin C und Calcium, um nur zwei aus der langen Liste ihrer Nährstoffe zu nennen. Wesentlich an der Wirkung beteiligt ist außerdem das ätherische Öl der Zwiebelzahnwurz.

Verwendung
Alle Schaumkräuter verwendet man am besten frisch, beim Trocknen würden sie sehr verlieren. Man kann sie auch einfrieren, z.B. indem man sie (ggf. mit anderen Frischkräutern) zu einem grünen Smoothie vermixt und dann in Eiswürfelförmchen einfriert, dann sind sie auch gleich gut portioniert.

Kulinarisch kann man sie genau gleich einsetzen wie Kresse: grob oder fein geschnitten drüberstreuen, oder im Ganzen drapieren – ich knabbere zum Frühstück gerne die ganzen Blättchen zum Käsebrot dazu.

Typische Merkmale: zeitig im Vorfrühling; wächst auf Waldböden mit dicker Laubschicht; unbehaart; rötlich überlaufen

Hier ein Einzelblatt, Struktur schon gut erkennbar: längliche Blattform mit mehreren Fiederblättern. 1 an der Blattspitze (weist nach links), zwei weitere Fiederblattpaare = 5 Blattfiedern.

Spätestens an dieser Stelle bin ich mir sicher genug, um zu kosten: Eindeutig scharf! Bingo! 😀

Ziemlich fertiges Blatt, viel mehr wirds nimmer. Unten sieht man, dass die Pflanze noch viel vorhat: Sie wird mindestens kniehoch. Schön zu sehen die gesägten, spitz zulaufenden Blattfiedern.

Kleiner Exkurs: Das eng verwandte „Behaarte Schaumkraut“, Cardamine hirsuta. (auch wenn ich noch keine Haare drauf gefunden hab – vielleicht braucht man dazu eine Lupe) Auf Englisch sehr sprechend „Hairy Bittercress“, denn bitter schmeckt sie. Lange nicht so gut wie die Zwiebelzahnwurz. Aber sehr kälteresistent und damit schon im kalten Vorfrühling, wo man noch nimmt was man kriegt. Eine kleine Menge waschen und fein schnippeln, damit sich der Geschmack gut verteilt, z.B. in Salat und Aufstrich. Eh in allen Rezepten, wo Kresse und Zwiebelzahnwurz hineinpassen, nur vorsichtiger sein mit der Menge wegen der herberen Note.

Behaartes Schaumkraut oder Gartenschaumkraut: Im frühesten Frühling auf offenen Flächen, gerne Pionierpflanze auf nackter Erde. Bildet dichte, kleine Rosetten mit winzigen weißen Kreuzblüten.

Entzückt mich immer wieder – so wunzig, und so kraftstrotzend! Sehr hübsch, die Blätter mit den vielen rundlichen Blattfiedern, knackig und saftig. Sieht man aber nur, wenn man ganz genau hinschaut. 🙂

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