Wo liegt der Rapunzelgarten?

Beruflich bin ich das Ernährungsbüro Gerit Fischer. (Seite noch in Arbeit!)
Privat bin ich lieber privat und im Netz nicht zu finden.

In der Mitte zwischen beiden liegt der Rapunzelgarten. Er ist meine Spielwiese für die Überschneidungen zwischen beruflich und privat, hier tobe ich mich aus mit allem, was mich fachlich interessiert, aber nicht in mein berufliches Angebot passt bzw. was mich persönlich interessiert – und doch nicht zu persönlich ist für die Öffentlichkeit.

Der Rapunzelgarten ist fiktiv; Anfragen zur Besichtigung muss ich daher leider abweisen!
Ich freue mich aber über Besuche hier im Blog und über gedanklichen Austausch!

Bis bald,
Gerit

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Nächste Food Coop Termine

Zum Bestellen, Abholen, Erkundigen, Anmelden, Einschulen, Kennenlernen, Einkaufen, Schnuppern, Tratschen, Kosten, …gabriel-gurrola-57458-unsplash_15

  • Samstag, 15. 9. 2018, 10 – 13 h
  • Samstag, 22. 9. 2018, 10 – 13 h
  • Dienstag, 2. 10. 2018, ab 19 h

Wie immer: Bahnhof Unterpurkersdorf, Bahnhofstraße 7, 3002 Purkersdorf

 

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Food Coop Wienerwald

Mit vorerst noch kleinen Schritten und großem Optimismus starten wir unsere Food Coop neu! Ausgangsbasis ist die Food Coop des Tauschkreis Wienerwald, die nur intern und daher ausschließlich auf Tausch-Basis lief. Tauschis brachten ihre eigenen Produkte aus Garten und Küche mit, was ein buntes Sammelsurium an Essbarem ergab. Es gibt im Tauschkreis auch Landwirte, bei denen auch Grundnahrungsmittel auf Tausch-Basis zu haben sind. Unsere Food Coop war angeblich die einzige bargeldlose Food Coop in ganz Mitteleuropa!

Aber das hat sich jetzt geändert, denn wir wollen Sortiment und Mitgliederkreis erweitern. Deshalb öffnen wir unsere Food Coop für Nicht-Tauschkreis-Mitglieder und für die Bezahlung mit Geld. Der Lebensmittel-Tausch mit der Stunde als Währung wird natürlich parallel weitergeführt.

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Die Abholung erfolgt im Bahnhof Unterpurkersdorf – vorerst an einem der Ausgabetermine (3 – 4 pro Monat), soll in Zukunft aber flexibler gestaltet werden.

Unsere Auswahlkriterien bei Lebensmitteln und Hersteller sind:

  • nachhaltige Produktion
  • in regionalen Betrieben, zu denen wir persönliche Kontakte pflegen
  • gentechnikfrei
  • artgerechte Tierhaltung
  • kein Viehfutter aus Übersee
  • pflanzliche Lebensmittel aus der Erde (statt aus Steinwolle und anderen Substraten)

Bei einer Food Coop („Lebensmittel-Einkaufs-Kooperative“) tut sich eine Gruppe von Personen/Haushalten zusammen, um Sammelbestellungen direkt beim Hersteller zu tätigen. Man einigt sich auf Qualitätskriterien, wobei es üblicherweise um Regionalität, Soziales und andere Aspekte der Nachhaltigkeit geht.

Das erleichtert den Zugang zu Lebensmitteln, die der oder dem Einzelnen ansonsten nicht zugänglich wären, bei entsprechender Bestellmenge vielleicht sogar zu günstigeren Preisen. Das Bestellte muss zu fixen Zeiten an einem möglichst zentralen Ausgabeort abgeholt werden.

Auch wenn das alles nicht unbedingt praktischer und billiger ist als ein Supermarkt-Einkauf, hat man hochwertigere Lebensmittel und unterstützt ausgewählte Landwirtschaftsbetriebe.

Bist du interessiert, dann schreib uns gleich hier und jetzt! Oder an foodcoop-wienerwald@talenteverbund.at.
Wir freuen uns! 🙂
Liebe Grüße,
Gerit

 

 

 

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Jaaaa, die Zwiebelzahnwurz ist daaaaa!

Heuer haben sie mich überrumpelt: Normalerweise stochere ich, kaum dass der Winter vorbei ist, ungeduldig unterm Laub herum, um zu sehen, ob die Zahnwurz-Babys schon in den Startlöchern sind. Und diesmal waren sie plötzlich heraußen. Auch schön! 😀

Die Zwiebelzahnwurz heißt auch Zwiebeltragende Zahnwurz oder Zwiebelschaumkraut oder Cardamine bulbifera (alt: Dentaria bulbifera) und ist ein Kreuzblütler. Und was ein echter Kreuzblütler ist, hat mehr oder weniger Scharfstoffe – mehr im Fall von Kren oder Senf, weniger im Fall der Kohlgemüse-Pflanzen, die auch alle zu den Kreuzblütlern gehören. Unsere Zahnwurz hat so mittelviel, im Schärfe-Ranking vergleichbar mit ihren Schwestern Rucola und Kresse.

Frisch geschlüpft. Schon jetzt sind mehrere gefiederte Blätter erkennbar.

Wenn sie groß ist, erkennt man die Ähnlichkeit zu ihrem kleineren Geschwisterchen, dem Wiesenschaumkraut: Sie haben dieselben blassvioletten, kreuzförmigen Blüten. Die „Zwiebel“ im Namen bezieht sich auf die schwärzlich-grünen Kugerln, die zur Blütezeit in den Blattachseln erscheinen. Auch der lateinische Art-Name bulbifera weist auf diese „Bulben“ hin. Essbar ist die ganze Pflanze, man kann also die kleinen Kugeln vom Stiel streifen und – erraten: übers Essen streuen. 😀

… Bilder zum Vergrößern anklicken!

Und das ist junges Wiesenschaumkraut, wie es erst im späteren Frühling zu finden ist:

Wiesenschaumkraut_jung_4

Das sind übrigens die „Zähne“ der Zahnwurz:

Zwieberl, Bulbus, Kugerl, Klon
Aber wieso eigentlich Kügelchen? Alle anderen Pflanzen kommen ja auch ohne aus! Genau: Die Zahnwurz hat sich da etwas sehr Ungewöhnliches einfallen lassen. Zwar bildet sie auch Samen, die – nona – aus der Blüte hervorgehen, aber als zusätzliches Extra lässt sie ihre kugeligen Bulben zu Boden fallen, wo sie Wurzeln schlagen und sofort loswachsen können. Während Samen erst noch einen Keimprozess durchlaufen müssen. Dort, wo andere Pflanzen nämlich Seitenverzweigungen haben (also in den Blattachseln), sind bei der bulbifera diese Seitentriebe gestaucht und reduziert. Man kann an ihnen sogar andeutungsweise die Blattanlagen erkennen. Sie nabeln sich alsbald von der Pflanzenmama ab, um auf die Erde zu fallen. Die ist meistens feucht, denn das mag die Zahnwurz. Die Pflänzchen, die daraus entstehen, sind nicht durch sexuelle, sondern durch vegetative Vermehrung entstanden, es handelt sich also um Klone. Wie auch immer: Sie sind knackig und rettichähnlich scharf. Und man kann damit richtig Leute beeindrucken. 🙂

Zwiebelschaumkraut mit Zwiebelchen. In diesem Stadium ernten wir die Blüten und die kleinen Kügelchen.

Ich liebe die Zahnwurz, wenn sie noch so klein, glänzend, saftig, mild und zart ist wie jetzt im März. Außerdem lassen zu der Jahreszeit die anderen Wildkräuter noch auf sich warten. Hier die Wirkungen:

  • keimhemmend, „antibiotisch“, auch gegen Viren und pathogene Pilze (teils stark antibakteriell ⇒ Blasenentzündung, Atemwegsinfekte)
  • blutreinigend
  • Hautbild-verbessernd (Reinigung von innen)
  • „Schleimhautspülung“ von innen (Lunge/HNO, Harnwege)
  • Regulierung der Zellteilung (stark krebshemmend)
  • cholesterinregulierend
  • antithrombotisch, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes
  • blutdruckregulierend
  • knochenstärkend (durch Vitamin C, Calcium und unzählige andere Mineralstoffe)
  • bindegewebsstärkend
  • gegen Durchfall, Verstopfung, Blähungen

Als Nahrungsmittel saisonal im Frühling genossen, kann sie die genannten Leiden sehr effizient verhindern, auch im Wechsel mit Verwandten wie Kresse, anderen Schaumkräutern oder Hirtentäschel. Bestehende Probleme zu bekämpfen, ist immer etwas langwieriger.

Von Senf, Iod und Riesendrüsen
Die enthaltenen Senföle (s. nächster Absatz) können die Iodaufnahme aus der Nahrung reduzieren und so einen Iodmangel hervorrufen. In extremen Fällen kann es zu einer krankhaften Vergrößerung der Schilddrüse, einem „Kropf“, kommen. Das passiert aber nur bei jahrelanger, sehr einseitiger Ernährung mit Kohlgemüse und anderen Kreuzblütlern. Auch hier gilt: Wer aus „Vorsicht“ auf Kreuzblütler verzichten würde, würde sich größeren Schaden zufügen, als wenn er normale Mengen konsumiert.

Von Zucker und Senf
Für diese Effekte sind die scharfen Senföle (= Isothiocyanate) verantwortlich. Sie werden aus ihren Glycosiden (den Glucosinolaten, auch „Senfölglycoside“) freigesetzt, sobald die Zelle verletzt wird, nämlich durch Kauen oder Zerschneiden. Denn die Abspaltung des Senföls aus seinem Glycosid wird von einem Enzym bewerkstelligt, das in der intakten Zelle separat aufbewahrt wird. Erst durch Verletzung der Zelle kommen die beiden zusammen und das Enzym schneidet den Zucker (die Glucose, = das komische Sechseck links vom S) ab. Der verbleibende Molekülrest ist das Senföl.

Falls jemanden die Formel interessiert (© Benjah-bmm27):

Deshalb wird auch der Kren traditionellerweise nicht gerieben, sondern „gerissen“, dafür ist der komische Teil auf der Reibe da – der mit den vielen spitzen, kleinen Zähnchen. So werden die Zellen erst so richtig zermerschert, und die volle Schärfe kann sich entfalten. Senfölglycoside kommen in Mitteleuropa ausschließlich in Kreuzblütlern vor.

Die verschiedenen Selföle sind – genau wie die ätherischen Öle – fettlöslich und werden im obersten Dünndarmabschnitt, also gleich nach dem Magen, sehr leicht ins Blut aufgenommen. Wenn sie nicht vorher schon von irgendeinem hilfreichen Darmbewohner gefressen wurden, denn auch die freuen sich drüber; die weniger hilfreichen werden praktischerweise zerstört oder gehemmt. (Senföle sind schließlich bakterizid)

Ausgeschieden werden sie über Niere und Blase, sodass sie auch hier nochmal ihre antimikrobielle Wirkung entfalten können, z.B. bei einer Blasenentzündung.

Zu den Senfölglycosiden kommt noch eine Menge Vitamin C und Calcium, um nur zwei aus der langen Liste ihrer Nährstoffe zu nennen. Wesentlich an der Wirkung beteiligt ist außerdem das ätherische Öl der Zwiebelzahnwurz.

Verwendung
Alle Schaumkräuter verwendet man am besten frisch, beim Trocknen würden sie sehr verlieren. Man kann sie auch einfrieren, z.B. indem man sie (ggf. mit anderen Frischkräutern) zu einem grünen Smoothie vermixt und dann in Eiswürfelförmchen einfriert, dann sind sie auch gleich gut portioniert.

Kulinarisch kann man sie genau gleich einsetzen wie Kresse: grob oder fein geschnitten drüberstreuen, oder im Ganzen drapieren – ich knabbere zum Frühstück gerne die ganzen Blättchen zum Käsebrot dazu.

Typische Merkmale: zeitig im Vorfrühling; wächst auf Waldböden mit dicker Laubschicht; unbehaart; rötlich überlaufen

Hier ein Einzelblatt, Struktur schon gut erkennbar: längliche Blattform mit mehreren Fiederblättern. 1 an der Blattspitze (weist nach links), zwei weitere Fiederblattpaare = 5 Blattfiedern.

Spätestens an dieser Stelle bin ich mir sicher genug, um zu kosten: Eindeutig scharf! Bingo! 😀

Ziemlich fertiges Blatt, viel mehr wirds nimmer. Unten sieht man, dass die Pflanze noch viel vorhat: Sie wird mindestens kniehoch. Schön zu sehen die gesägten, spitz zulaufenden Blattfiedern.

Kleiner Exkurs: Das eng verwandte „Behaarte Schaumkraut“, Cardamine hirsuta. (auch wenn ich noch keine Haare drauf gefunden hab – vielleicht braucht man dazu eine Lupe) Auf Englisch sehr sprechend „Hairy Bittercress“, denn bitter schmeckt sie. Lange nicht so gut wie die Zwiebelzahnwurz. Aber sehr kälteresistent und damit schon im kalten Vorfrühling, wo man noch nimmt was man kriegt. Eine kleine Menge waschen und fein schnippeln, damit sich der Geschmack gut verteilt, z.B. in Salat und Aufstrich. Eh in allen Rezepten, wo Kresse und Zwiebelzahnwurz hineinpassen, nur vorsichtiger sein mit der Menge wegen der herberen Note.

Behaartes Schaumkraut oder Gartenschaumkraut: Im frühesten Frühling auf offenen Flächen, gerne Pionierpflanze auf nackter Erde. Bildet dichte, kleine Rosetten mit winzigen weißen Kreuzblüten.

Entzückt mich immer wieder – so wunzig, und so kraftstrotzend! Sehr hübsch, die Blätter mit den vielen rundlichen Blattfiedern, knackig und saftig. Sieht man aber nur, wenn man ganz genau hinschaut. 🙂

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Noch mehr Öhrchen

Ich kanns nicht lassen, ich könnte täglich die Judasohren im Garten fotografieren. Oder besser gesagt Judasöhrchen, sie sind ja noch ganz klein. Ich hoffe, sie überleben lange genug, dass ich sie auch noch fotografieren kann wenn sie schon groß sind; kann sein, dass wir sie vorher schon aufessen. Sie schmecken nämlich besser als als man meinen könnte. Einfach in feine Streifen schneiden und dekorativ über den Salat streuen, oder unter die Nudeln mischen, oder ins Dressing mixen, oder … oder … oder …

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Gegen alles ist ein Winterling gewachsen

Zum Abschied von 2017 noch schnell etwas Saisonales.

Was ist ein Winterling? Ja, das ist nicht ganz einfach, da gibt es nämlich mindestens 3 Möglichkeiten: Judasohr, Austernpilz oder Samtfußrübling. Das sind Pilze, die den Kältereiz brauchen, um Fruchtkörper zu bilden. Sie haben dadurch den Vorteil, dass im Winter der Fraßdruck durch Insekten, Bakterien und Schimmelpilze stark verringert ist. Alle drei sind Baumpilze. Dazu zwei kleine Überlieferungen:

  1. Nahrung von Vierbeinern (Rind, Schwein, …) ist nicht so gesund wie Nahrung von Zweibeinern (damit sind natürlich Vögel gemeint, z. B. Hühner);
    Nahrung von Zweibeinern ist nicht so gesund wie Nahrung von Einbeinern – und damit sind Pilze gemeint.
  2. Und Hildegard von Bingen fügte hinzu: Besser Baumpilze als Bodenpilze!

Für uns Menschen (und auch Tiere) sind sie als köstliche Speisepilze interessant, und natürlich als Heilmittel. Man kann – aus selbst gesammelten oder gekauften Pilzen – ein stärkendes Elixier herstellen, das gegen jegliches Leid schützen sollte. 😉 Jeder der drei genannten Pilze kann dazu verwendet werden. Ich habe das unfassbare Glück, zwei von von den dreien jetzt gerade im Garten zu haben; und den Austernpilz habe ich schon beim Spazierengehen gefunden. So treibt mich der Heilpilz-Jagdtrieb immer wieder an bestimmte Orte im Wald, um zu sehen, ob es was zu sammeln gibt. Außerdem fällt von meinem Arbeitstisch aus mein Blick genau auf einige Birkenporlinge auf einer der Birken vorm Haus. Ich habe etwas davon in Korn angesetzt. Fürs neue Jahr. 🙂

Heilpilztinktur

… aus getrockneten Pilzen: 1 l Korn (38 %) in ein verschließbares Glas geben. 50 g Pilzpulver einrühren. Verschließen und 10 – 14 Tage an einen dunklen Ort stellen. Danach abseihen und in Tropfer-Fläschchen umfüllen. 2 x täglich 20 Tropfen in Wasser oder Tee.

… aus frischen Pilzen:  Glas zu 2/3 mit den frischen Pilzen füllen, mit möglichst hochprozentigem Alkohol auffüllen (z. B. Ansatzkorn = 80 %). Gut verschließen und warm stellen (es ist ja Winter). Nach 4 Wochen durch ein Sieb passieren, in braune Flaschen füllen und auf 30 % verdünnen. (Den Sud mit Wasser bedecken und 24 h ziehen lassen und abseihen, das ergibt einen Gesundheitstrunk.) 3 x täglich 6 Tr. in Wasser, Tee oder Saft.

Die gesundheitlichen Wirkungen von Pilzen sind in der Volksheilkunde erschöpfend beschrieben, und langsam zieht endlich auch die medizinische Forschung nach. Folgende Wirkungen sind bislang wissenschaftlich bestätigt:

Austernpilz (Pleurotus ostreatus)

  • cholesterinsenkend (wenn erhöht)
  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • tumorhemmend
  • verdauungsfördernd
  • Osteoporose-Prophylaxe
  • immunmodulierend

Der Austernpilz oder Austernseitling hat neben „Winterpilz“ noch weitere sprechende Beinamen, nämlich „Weihnachtspilz“ und „Kalbfleischpilz“. Er ist in Konsistenz und Eiweißzusammensetzung einem zarten Kalbssteak nicht unähnlich. Foto: © Holger Krisp, Ulm

Austern-Seitling_Austernpilz_Pleurotus_ostreatus

Judasohr (Auricularia auricula-judae)

  • blutstillend (innerlich und äußerlich)
  • blutgerinnungshemmend – verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, daher …
  • durchblutungsfördernd
  • Bluthochdruck
  • blutzuckersenkend (wenn erhöht)
  • cholesterinsenkend (wenn erhöht)
  • Diabetes Typ 2
  • tumorhemmend
  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • Hämorrhoiden
  • Muskelkrämpfe
  • Schmerzen des Bewegungsapparats (v. a. Rücken)
  • Tonikum, Stärkungsmittel

Also insgesamt ein Rundum-Gesunderhalter, wenn vorbeugend eingenommen, und ein gutes Ausgleichsmittel, wenn etwas aus dem Lot geraten ist. Es ist übrigens das europäische Pendant zum Mu-err, der schwarzen „Morchel“ in der Suppe im Chinarestaurant. (die Bezeichnung Morchel ist hier falsch) Judasohren enthalten sogenannte sulfatierte (also schwefelhaltige) Polysaccharide, die Polysacchariden in Algen ähneln. Foto: © Svdmolen 2005

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Samtfußrübling

  • tumorhemmend (begleitend in der Krebstherapie)
  • immunmodulierend (ausgleichend, auch bei Allergien)
  • antioxidativ (Zellschutz)
  • virushemmend
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Bluthochdruck
  • Leberleiden

Der Samtfußrübling (Flammulina velutipes) ist im Heilpilz-Handel unter dem Namen Enoki erhältlich. In der Schweiz, wo die Schmetterlingstramete nicht als Vitalpilz zugelassen ist, wird er als Ersatz für diese verordnet. Foto: © Henk Monster, Arnhem/D 2014

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Die genannten Anwendungsbereiche sind nicht in Stein gemeißelt, denn erstens sind sie nur eine grobe Zusammenfassung, und zweitens werden laufend weitere Eigenschaften wissenschaftlich bestätigt.

© Headerfoto: Wikicommons, Sideways.72, November 2015

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Oktoberwaldstrudel

Hab ich endlich auch mal einen richtigen Herrenpilz gefunden! Wurde nach den ganzen Frauentäublingen im September aber auch Zeit.

Ich hab ihn kleingeschnippelt und zu den gerösteten Zwiebeln und Knoblauch getan. Dann einen Esslöffel Suppenstock dazu und alles schön durchgebraten. Nach dem Überkühlen gekochte, gewürfelte Kartoffeln, Pfeffer, 2 rohe Eier und 100 g geriebenen Käse dazu, UND eine Handvoll klein geschnittenes Lungenkraut, das jetzt gerade so knackig grün sprießt, als gäbs keinen Winter! Dann alles in einen Blätterteig gewickelt, mit Öl bestrichen und bei 180 °C eine halbe Stunde gebacken. War ziemlich schnell wieder weg. 😉

Der Suppenstock ist sowas wie ein selbstgemachter Suppenwürfel: Frisches Gemüse (rote Rüben und anderes Wurzelgemüse, Selleriegrün, Kohlrabi, Zwiebeln und Knoblauch), mit viel Salz und etwas Öl in der Küchenmaschine fein zerkleinert und in saubere Gläser gefüllt, hält im Kühlschrank ziemlich lang. Bei Bedarf entnimmt man einfach ein, zwei Löffel. Und nicht nur für die Suppe.

Pilze & Radioaktivität

Wie viele Röhrlinge, zeigt auch der Herren- oder Steinpilz (Boletus edulis) seit 1986 eine gewisse radioaktive Belastung. Jedoch in viel geringerem Ausmaß als der Maronenröhling. Dennoch kann man sie hie und da als Lebensmittel konsumieren, auch den Maronenröhrling. Radioaktivität ist ein Naturphänomen, wir sind ihr – mit regionalen Schwankungen – ständig in kleiner Menge ausgesetzt.

Hin und wieder ein Pilz im Essen ist kein Problem; als Heilpilze – also kurmäßig – eingesetzt sieht es wieder anders aus. Also: Steinpilz und v.a. Maronenröhrling nur hie und da als Lebensmittel, aber NICHT als Heilmittel! Eigentlich schade; denn der Steinpilz soll Muskulatur und Sehnen entspannen. Doch für diese Zwecke gibt es ja andere, die im Handel (in Kapseln) erhältlich sind, ganz besonders den Austernseitling (Pleurotus ostreatus), mit dem man speziell im Bereich der Lendenwirbelsäule schon Erfolge verzeichnet haben soll.

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Letzte öffentliche Kräuterwanderung für heuer!

 … und es erwartet uns ideales Wanderwetter!!! 🙂

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Wien/Steinhofgründe: Egal, ob Sie Brennnessel oder Löwenzahn schon kennen: Alte Bekannte und neue Freunde werden bei dieser kleinen Wanderung aufgespürt, gepflückt, analysiert, gestreichelt, beschnuppert, gekostet und ausgiebig bestaunt. Essbare Wildpflanzen sind kostenloses Powerfood, sind immer saisonal und regional und lassen uns die uralte Tradition des Sammelns fortführen. Sie erfahren, wie Sie die Wildkräuter sicher erkennen, was sie für uns so wertvoll macht, wie sie zu verwenden sind und wie sie in früheren Zeiten verwendet wurden. Und nebenbei erhalten Sie das eine oder andere Rezept.
Passend zum Thema: mein Beitrag Ernährung und Volkskrankheiten im neuen Online-Magazin Ernährung&Gesundheit.

Anmeldung: VHS polycollege Wien, Tel. +43 1 891 74 105 000

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