Wo liegt der Rapunzelgarten?

Beruflich bin ich das Ernährungsbüro Gerit Fischer. (Seite noch in Arbeit!)
Privat bin ich lieber privat und im Netz nicht zu finden.

In der Mitte zwischen beiden liegt der Rapunzelgarten. Er ist meine Spielwiese für die Überschneidungen zwischen beruflich und privat, hier tobe ich mich aus mit allem, was mich fachlich interessiert, aber nicht in mein berufliches Angebot passt bzw. was mich persönlich interessiert – und doch nicht zu persönlich ist für die Öffentlichkeit.

Der Rapunzelgarten ist fiktiv; Anfragen zur Besichtigung muss ich daher leider abweisen!
Ich freue mich aber über Besuche hier im Blog und über gedanklichen Austausch!

Bis bald,
Gerit

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Letzte öffentliche Kräuterwanderung für heuer!

 … und es erwartet uns ideales Wanderwetter!!! 🙂

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Wien/Steinhofgründe: Egal, ob Sie Brennnessel oder Löwenzahn schon kennen: Alte Bekannte und neue Freunde werden bei dieser kleinen Wanderung aufgespürt, gepflückt, analysiert, gestreichelt, beschnuppert, gekostet und ausgiebig bestaunt. Essbare Wildpflanzen sind kostenloses Powerfood, sind immer saisonal und regional und lassen uns die uralte Tradition des Sammelns fortführen. Sie erfahren, wie Sie die Wildkräuter sicher erkennen, was sie für uns so wertvoll macht, wie sie zu verwenden sind und wie sie in früheren Zeiten verwendet wurden. Und nebenbei erhalten Sie das eine oder andere Rezept.
Passend zum Thema: mein Beitrag Ernährung und Volkskrankheiten im neuen Online-Magazin Ernährung&Gesundheit.

Anmeldung: VHS polycollege Wien, Tel. +43 1 891 74 105 000

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ICH HAB VON DER GEMEINEN STINKMORCHEL GEKOSTET!

Keine halben Sachen: Seit ich mich mit Heilpilzen beschäftige, schau ich mir auch die Schwammerln im Wald genauer an. Und jetzt ist ja alles voll davon – nur finde ich meistens keine Steinpilze, Parasole oder Eierschwammerln, sondern undefinierbare Gewächse, die ich nicht im Buch finde oder mit denen ich einfach nichts anzufangen weiß.

Zum Beispiel Stinkmorcheln. Das sind ja wirklich skurrile Lebewesen, wer würde das schon mitnehmen wollen. Dachte ich. Bis gestern. Die Hexeneier im Boden, teils noch geschlossen, teils schon ein wenig aufgeplatzt, schauen aus als würden hier bald kleine Aliens das Licht der Welt erblicken. Ich konnte nicht anders – ich hab eins mit dem Taschenmesser ausgehebelt (das ging erstaunlich leicht) und mit nachhause genommen.

Ich dachte, das wären Hundsruten, aber um sicher sein zu können, muss man die Dinger sezieren. Die Neugier hat gesiegt, und ich hab das Messer angesetzt und gesäbelt – das ging erstaunlich schwer! Am Querschnitt bzw. der Färbung war klar zu sehen: keine Hundsrute, sondern eine Gemeine Stinkmorchel.

Ich wusste schon, dass man die im Hexenei-Stadium essen kann, aber ich hatte irgendwie keinen Hunger. Also hab ich ein paar Fotos gemacht, die Gallerthülle entfernt, wieder ein paar Fotos gemacht, das Pilz-Küken ein wenig zerschnippelt, nur um zu sehen, wie es sich verhält. Und dann war die Neugier stärker: Ich hab ein Bröselchen gekostet. Und tatsächlich: Schmeckt ähnlich wie Bierrettich, und fühlt sich auch so an! Und weiß ist es auch! Ich hab noch ein bisschen davon geknabbert – also sollte mal eine Hungersnot ausbrechen, hab ich wahrscheinlich alle ungeschlüpften Stinkmorcheln für mich alleine. Mahlzeit!

 

 

Und noch ein paar Bilder vom Fundort:

 



 

Die kleinen Rotfußröhlinge haben uns doch besser geschmeckt.

Rotfussröhrlinge

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Waldbaden – Gesundheit aus Japan

Dies ist die erste Folge meiner Kolumne in der Zeitschrift des Österreichischen Kneippbundes, erschienen in der Ausgabe 09/2017. Verwendung mit freundlicher Genehmigung der „Kneipp bewegt“-Redaktion! 🙂

Dass Waldluft gesund ist, hat man schon immer „irgendwie“ gewusst. Nun hat „Shinrin-yoku“ endlich auch Europa erreicht: In Japan wird das Baden in Waldluft seit 1982 behördlich empfohlen; seit 2012 wird die „Forest Medicine“ sogar in einem eigenen Studienzweig erforscht.

Waldbaden

Denn Wald wirkt nicht nur über die Psyche. Alle Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen geben Stoffe in die Luft ab. Blätter, Borken, Wurzeln, Moose, Erde – sie alle verströmen Substanzen, die direkt unser Immunsystem ansprechen. Sie stärken unsere Abwehrkräfte so gründlich, dass sie sogar Krebs bekämpfen.

Ein Waldbad soll nicht anstrengend sein. Sich vom Wald durchdringen lassen, ganz in seinen Gerüchen, Geräuschen, Temperatur, Licht und Farben aufgehen, vielleicht sogar eine Atemübung machen – so nehmen wir die Waldatmosphäre am tiefsten in uns auf. Am allerbesten nach einem Sommerregen.

Nachtrag: Die Effekte aufs Immunsystem hören mit dem Inhalieren von Substanzen aus der Luft noch lange nicht auf, auch die Bedeutung von Mikroorganismen ist immens. Für ein möglichst kompetentes Immunsystem braucht es eine größtmögliche Vielfalt an Keimen, Bakterien, Pilzsporen, … Und wo könnte diese Vielfalt größer sein als in freier Wildbahn? Schließlich trägt jeder Käfer, jeder Wurm, sogar jede Laus ihren kleinen Zoo an Mikroorganismen mit sich! Auch diese Einzeller können aufgewirbelt werden und über die Mund-, Nasen- und Rachenschleimhaut eindringen, sodass unsere Immunabwehr gefordert wird. Und sie können an Handfläche und Fußsohle die Haut durchwandern, wann immer man in Wald und Wiese etwas angreift oder barfuß geht. (ruhig mal in der Erde wühlen!) Schon die Bakterienflora auf Obst und Kräutern aus dem Garten ist wesentlich reichhaltiger als die auf Produkten vom Feld. Dieses niederschwellige Immuntraining mittels Mikroorganismen aus der Natur kommt einer Impfung gleich. Es macht robuster gegenüber den fieseren Keimen in Ballungsräumen oder Krankenhäusern.

Ratsam ist sowas natürlich nur an nicht verunreinigten Orten; Hunde-Gassistrecken und gespritzte Agrarflächen werden diesbezüglich schon instinktiv gemieden.

Kontraindikation: Bei (immun-)geschwächten, gebrechlichen, sehr alten oder sehr jungen Menschen kann eine allzu intensive Exposition riskant sein.

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Ein jadegrünes Plüschsofa im Wald

… vor wenigen Tagen im Wienerwald gefunden.

Trametes hirsuta, die grüne Schwester der Schmetterlingstramete, steht ihrer Verwandten in medizinischer Hinsicht in nichts nach: Wie diese hat auch sie immunmodulatorische, krebshemmende und antioxidative Eigenschaften.

„Hirsuta“ heißt haarig, und wie man sieht, macht sie ihrem Namen alle Ehre! Im Mykotherapie-Fachjargon heißen die Trameten „Coriolus“. Sie gehören praktischerweise zu jenen Pilzen, die nicht zur Anreicherung von Schadstoffen oder Strahlung neigen und können daher bedenkenlos gesammelt und kurmäßig eingenommen werden.

Trameten gehören zu den Krebs-hemmenden Heilpilzen. Sie enthalten Flavonoide, die die DNA im Zellkern vor Oxidation schützen. Trametes-Inhlatsstoffe sind außerdem stark antibiotisch, indem sie eine Vermehrung unserer „Natürlichen Killerzellen“ bewirken. Sie werden erfolgreich gegen Bakterien und Viren eingesetzt, und sogar gegen Parasiten wie Malaria oder Toxoplasmose.

Trameten sind Baumpilze und leben als Schwächeparasit, befallen also Bäume, die nicht mehr ganz gesund sind. Auch dieser Baum ist, wie man sieht, nicht mehr ganz gesund. 😉 Es war wohl einmal eine Rotbuche – häufiger Wohnort der Schmetterlings- und der Striegeligen Tramete.


Mehr über Pilze mit gesundheitlichem Zusatznutzen: Heilpilze – Nahrung und Medizin

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Gänseblümchen – Mauerblümchen?

Bellis perennis – das Gänseblümchen auf „Wissenschaftlich“. Endlich ein eigener Beitrag für mein Gänseblümchen-Headerfoto. Und außerdem ist das Gänseblümchen heuer Heilpflanze des Jahres – Ehre, wem Ehre gebührt! Solang das Gänseblümchen nicht blüht, wird es allerdings kaum erkannt und gnadenlos als Unkraut verfolgt.

„Bellis“ heißt „die Schöne“, und „perennis“ bedeutet „das ganze Jahr“: Denn das winzige Blümchen kann fast zu jeder Zeit im Jahr erblühen, wenn das Wetter nur eine Zeit lang halbwegs mild ist. In freier Natur findet man es kaum, eher in Gärten; es mag – wie auch der Löwenzahn – Wiesen, die häufig gemäht bzw. beweidet werden. Sein englischer Name „Daisy“ kommt von „days eye“ – Tagesauge.

Womit auch schon die erste Indikation angesprochen ist: Das Gänseblümchen verleiht eine „klare Sicht“, es reinigt Haut und Schleimhäute und somit auch und vor allem das Auge. Das strahlende Gelb im Zentrum der Korbblüte kommt von nichts anderem als einer ganzen Menge an Carotinoiden, die erstens zellschützend wirken und zweitens für den Sehvorgang von Bedeutung sind. Wenn also die Augen müde werden, ist das Tagesauge ein gutes Helferlein.

Um diese Wirkungen zu erzielen, können die kleinen Blüten – und auch schon die Knospen – als rohes Wildgemüse allen kalten Speisen beigemengt oder auf die fertige Suppe gestreut werden. Als Heilanwendungen bieten sich Aufgüsse (Tees) und Tinkturen an. Innerlich angewendet, wirken sie schleimlösend, blutreinigend, stoffwechselanregend und leicht abführend – also alles in allem ein belebendes, reinigendes Tonikum. Es lässt sich wunderbar trocknen und so das ganze Jahr über mit dem Guten-Morgen-Tee aufgießen.

Das Tausendschönchen wird in seiner Wirkung auch mit der Ringelblume verglichen: Es ist ebenso hautregenerierend wie diese, da es den Hautstoffwechsel anregt und das Unterhaut-Bindegewebe festigt. In der Homöopathie wird Bellis bei Wechselbeschwerden und nach Unterleibsoperationen eingesetzt, bzw. allgemein bei Wundschmerzen und Blutergüssen.

Und noch eine Besonderheit: Das Gänseblümchen ist reich an Saponinen – sekundären Pflanzenstoffen, die die Aufnahme von Nähr- und Wirkstoffen im Darm begünstigen. So verstärkt  das Gänseblümchen die Wirkung weiterer gleichzeitig aufgenommener Kräuter.


Hier ein Rezept für Gänseblümchen-Kapern. Man benötigt etwas Zeit zum Sammeln der kleinen Knospen. Diese Arbeit ist sehr meditativ, und man hat ausreichend Gelegenheit, „back to the roots“ zu gehen: Begebt euch am besten auf alle Viere und erfreut euch – in Anlehnung an das japanische „Waldbaden“ – an den Gerüchen von Erde und Gras. Der Geschmack der eingelegten Knospen kommt 1 Woche später nach. 🙂

Gänseblümchen-Kapern
200 g Gänseblümchen-Knospen
300 ml Apfelessig
1 TL Salz

Die Knospen mit dem Essig kurz aufkochen, salzen und heiß in dicht schließende Schraubgläser füllen. 1 Woche ziehen lassen.

Quelle: Mayer, Elisabeth: Wildfrüchte, -gemüse, -kräuter, Leopold Stocker Verlag (abgewandelt)

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Kräuterwanderungen auf den Wiener Steinhofgründen

Die neuen Termine für meine Kräuterwanderungen auf den Wiener Steinhofgründen sind da! —>Schlehenbluete

  • 29. April 2017
  • 3. Juni 2017
  • 24. Juni 2017
    … jeweils 14:15 – 16:45 h

Egal, ob Sie Brennnessel oder Löwenzahn schon kennen: Alte Bekannte und neue Freunde werden bei dieser kleinen Wanderung aufgespürt, gepflückt, analysiert, gestreichelt, beschnuppert, gekostet und
ausgiebig bestaunt. Essbare Wildpflanzen sind kostenloses Powerfood, sind immer saisonal und regional und lassen uns die uralte Tradition des Sammelns fortführen. Sie erfahren, wie Sie die Wildkräuter sicher erkennen, was sie für uns so wertvoll macht, wie sie zu verwenden sind und wie sie in früheren Zeiten verwendet wurden. Und nebenbei erhalten Sie das eine oder andere Rezept.

Kursbeitrag: € 17,25
Anmeldung: VHS polycollege, Margareten/Wieden, +43-1-891 74-105 000
polycollege@vhs.at

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