Wo liegt der Rapunzelgarten?

Beruflich bin ich das Ernährungsbüro Gerit Fischer. (Seite noch in Arbeit!)
Privat bin ich lieber privat und im Netz nicht zu finden.

In der Mitte zwischen beiden liegt der Rapunzelgarten. Er ist meine Spielwiese für die Überschneidungen zwischen beruflich und privat, hier tobe ich mich aus mit allem, was mich fachlich interessiert, aber nicht in mein berufliches Angebot passt bzw. was mich persönlich interessiert – und doch nicht zu persönlich ist für die Öffentlichkeit.

Der Rapunzelgarten ist fiktiv; Anfragen zur Besichtigung muss ich daher leider abweisen!
Ich freue mich aber über Besuche hier im Blog und über gedanklichen Austausch!

Bis bald,
Gerit

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Das Reich der Pilze – Speisepilz, Giftpilz, Heilpilz

Langsam neigt sich die Kräutersammelsaison ihrem Ende zu, und die Pilze treten wieder in den Vordergrund. Wir begrüßen sie mit einer Pilz-Exkursion hier bei uns in Gablitz. Gleich unten ein Text zu den Inhalten.

Treffpunkt Exkursion: Donnerstag, 11. 10. 2018, 17:00
Friedhof Gablitz (oberer, kleiner Parkplatz)
Dauer ca. 1,5 Stunden.
Bei Fragen gerne mich anrufen: 0699 11 37 57 11

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An den Pilzen scheiden sich die Geister. Die einen lieben sie, die anderen ekeln sich davor, und viele fürchten sie. Pilze sind Lebensmittel, Heilmittel und Todbringer, Krankheitserreger und Kultobjekt. Als Magic Mushrooms, Krötenstuhl und Hexen-Flugmittel versprechen sie fantastische Höhenflüge – die schnell zum Verhängnis werden können.

Die Referentin Gerit Fischer präsentiert die Pilze aus dem Blickwinkel der Ernährungsökologin: zum einen als Nahrung, zum anderen als Teil des Ökosystems. Als Nahrung für uns Menschen wurden Pilze lange unterschätzt, bis sie von der Wellness-Wirtschaft als Nahrungsergänzungsmittel, ja sogar als Superfood entdeckt wurden. Ihr ökologischer Wert ist der einer Gesundheitspolizei, doch er geht noch weit darüber hinaus.

Die Mykotherapeutin und Vitalpilz-Fachberaterin bietet auch Einblick in die Möglichkeiten des Heilens mit Pilzen, der Krankheitsprävention und der vorsorglichen Konstitutionsstärkung. Auch wenn das uralte Wissen Europas über Speise- und Baumpilze großteils verloren gegangen ist, bieten die Traditionen anderer Kulturen – etwa im Baltikum, in Russland, in Fernost und Mittelamerika – Orientierung. Die moderne Forschung insbesondere in Japan, China und den USA untermauert diese Traditionen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Beschäftigung mit Pilzen ist ein Kurs in Achtsamkeit. Wer sich darauf einlässt und oft in den Wald geht, kann sich sogar ein Stück weit selbst versorgen, denn sie wachsen auch in unseren Wäldern, wo sie von Pflanzen und Tieren leben und umgekehrt den Tieren als Nähr- und Heilmittel dienen.

Im Rahmen dieser kleinen Expedition werden Pilze aufgespürt, die man ansonsten nie bemerkt und denen man ihr Potential kaum ansieht, Pilze verschiedenster Form und Größe. Vermutlich werden Sie sie danach mit ganz anderen Augen sehen.

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Food Coop Wienerwald-Kickoff – jetzt geht’s richtig los!

Am kommenden Dienstag, 2. 10. 2018, um 19:00 h startet unser Info-Treffen im Bahnhof Unterpurkersdorf! Es gibt …

  • eine kurze Vorstellung dieses Unterfangens, der Philosophie und Ziele
  • eine Präsentation zur FoodSoft, unserem Online-Bestell- und Bezahl-System, das mit Monatsbeginn aktiv wird
  • eine Verlosung unter allen Neuzugängen
  • ein kleines Food Coop-Buffet
  • ein Prost auf dieses Projekt!

Danach geht der Abend – für alle, die Lust haben und neugierig sind – in das monatliche Tauschkreis-Treffen über.

Fragen einfach hier als Kommentar, unter der angegebenen E-mail-Adresse (s. Flyer unten) oder bei mir: 0699 11 37 57 11
Ich hoffe auf zahlreiches Erscheinen!!!
Liebe Grüße!
Gerit

Food Coop Flyer Gabeln

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Nächste Food Coop Termine

Zum Bestellen, Abholen, Erkundigen, Anmelden, Einschulen, Kennenlernen, Einkaufen, Schnuppern, Tratschen, Kosten, …gabriel-gurrola-57458-unsplash_15

  • Samstag, 15. 9. 2018, 10 – 13 h
  • Samstag, 22. 9. 2018, 10 – 13 h
  • Dienstag, 2. 10. 2018, ab 19 h

Wie immer: Bahnhof Unterpurkersdorf, Bahnhofstraße 7, 3002 Purkersdorf

 

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Food Coop Wienerwald

Mit vorerst noch kleinen Schritten und großem Optimismus starten wir unsere Food Coop neu! Ausgangsbasis ist die Food Coop des Tauschkreises Wienerwald, die nur intern und daher ausschließlich auf Tausch-Basis lief. Tauschis brachten ihre eigenen Produkte aus Garten und Küche mit, was ein buntes Sammelsurium an Essbarem ergab. Es gibt im Tauschkreis auch Landwirte, bei denen auch Grundnahrungsmittel auf Tausch-Basis zu haben sind. Unsere Food Coop war angeblich die einzige bargeldlose Food Coop in ganz Mitteleuropa!

Aber das hat sich jetzt geändert, denn wir wollen Sortiment und Mitgliederkreis erweitern. Deshalb öffnen wir unsere Food Coop für Nicht-Tauschkreis-Mitglieder und für die Bezahlung mit Geld. Der Lebensmittel-Tausch mit der Stunde als Währung wird natürlich parallel weitergeführt.

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Die Abholung erfolgt im Bahnhof Unterpurkersdorf – vorerst an einem der 14-tägigen Ausgabetermine, soll in Zukunft aber flexibler gestaltet werden.

Unsere Auswahlkriterien an Lebensmittel und Hersteller sind:

  • nachhaltige, biologische Produktion, mit oder ohne Bio-Zertifikat
  • in regionalen Betrieben, zu denen wir persönliche Kontakte pflegen
  • gentechnikfrei
  • artgerechte Tierhaltung
  • kein Viehfutter aus Übersee
  • pflanzliche Lebensmittel aus der Erde (statt aus Steinwolle und anderen Substraten)

Bei einer Food Coop („Lebensmittel-Einkaufs-Kooperative“) tut sich eine Gruppe von Personen/Haushalten zusammen, um Sammelbestellungen direkt beim Hersteller zu tätigen. Man einigt sich auf Qualitätskriterien, wobei es üblicherweise um Regionalität, Soziales und andere Aspekte der Nachhaltigkeit geht.

Das erleichtert den Zugang zu Lebensmitteln, die der oder dem Einzelnen ansonsten nicht zugänglich wären, bei entsprechender Bestellmenge vielleicht sogar zu günstigeren Preisen. Das Bestellte muss zu fixen Zeiten an einem möglichst zentralen Ausgabeort abgeholt werden.

Auch wenn das alles nicht unbedingt praktischer und billiger ist als ein Supermarkt-Einkauf, hat man hochwertigere Lebensmittel und unterstützt ausgewählte Landwirtschaftsbetriebe.

Bist du interessiert, dann schreib uns gleich hier und jetzt! Oder an foodcoop-wienerwald@talenteverbund.at.
Wir freuen uns! 🙂
Liebe Grüße,
Gerit

 

 

 

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Jaaaa, die Zwiebelzahnwurz ist daaaaa!

Heuer haben sie mich überrumpelt: Normalerweise stochere ich, kaum dass der Winter vorbei ist, ungeduldig unterm Laub herum, um zu sehen, ob die Zahnwurz-Babys schon in den Startlöchern sind. Und diesmal waren sie plötzlich heraußen. Auch schön! 😀

Die Zwiebelzahnwurz heißt auch Zwiebeltragende Zahnwurz oder Zwiebelschaumkraut oder Cardamine bulbifera (alt: Dentaria bulbifera) und ist ein Kreuzblütler. Und was ein echter Kreuzblütler ist, hat mehr oder weniger Scharfstoffe – mehr im Fall von Kren oder Senf, weniger im Fall der Kohlgemüse-Pflanzen, die auch alle zu den Kreuzblütlern gehören. Unsere Zahnwurz hat so mittelviel, im Schärfe-Ranking vergleichbar mit ihren Schwestern Rucola und Kresse.

Frisch geschlüpft. Schon jetzt sind mehrere gefiederte Blätter erkennbar.

Wenn sie groß ist, erkennt man die Ähnlichkeit zu ihrem kleineren Geschwisterchen, dem Wiesenschaumkraut: Sie haben dieselben blassvioletten, kreuzförmigen Blüten. Die „Zwiebel“ im Namen bezieht sich auf die schwärzlich-grünen Kugerln, die zur Blütezeit in den Blattachseln erscheinen. Auch der lateinische Art-Name bulbifera weist auf diese „Bulben“ hin. Essbar ist die ganze Pflanze, man kann also die kleinen Kugeln vom Stiel streifen und – erraten: übers Essen streuen. 😀

… Bilder zum Vergrößern anklicken!

Und das ist junges Wiesenschaumkraut, wie es erst im späteren Frühling zu finden ist:

Wiesenschaumkraut_jung_4

Das sind übrigens die „Zähne“ der Zahnwurz:

Zwieberl, Bulbus, Kugerl, Klon
Aber wieso eigentlich Kügelchen? Alle anderen Pflanzen kommen ja auch ohne aus! Genau: Die Zahnwurz hat sich da etwas sehr Ungewöhnliches einfallen lassen. Zwar bildet sie auch Samen, die – nona – aus der Blüte hervorgehen, aber als zusätzliches Extra lässt sie ihre kugeligen Bulben zu Boden fallen, wo sie Wurzeln schlagen und sofort loswachsen können. Während Samen erst noch einen Keimprozess durchlaufen müssen. Dort, wo andere Pflanzen nämlich Seitenverzweigungen haben (also in den Blattachseln), sind bei der bulbifera diese Seitentriebe gestaucht und reduziert. Man kann an ihnen sogar andeutungsweise die Blattanlagen erkennen. Sie nabeln sich alsbald von der Pflanzenmama ab, um auf die Erde zu fallen. Die ist meistens feucht, denn das mag die Zahnwurz. Die Pflänzchen, die daraus entstehen, sind nicht durch sexuelle, sondern durch vegetative Vermehrung entstanden, es handelt sich also um Klone. Wie auch immer: Sie sind knackig und rettichähnlich scharf. Und man kann damit richtig Leute beeindrucken. 🙂

Zwiebelschaumkraut mit Zwiebelchen. In diesem Stadium ernten wir die Blüten und die kleinen Kügelchen.

Ich liebe die Zahnwurz, wenn sie noch so klein, glänzend, saftig, mild und zart ist wie jetzt im März. Außerdem lassen zu der Jahreszeit die anderen Wildkräuter noch auf sich warten. Hier die Wirkungen:

  • keimhemmend, „antibiotisch“, auch gegen Viren und pathogene Pilze (teils stark antibakteriell ⇒ Blasenentzündung, Atemwegsinfekte)
  • blutreinigend
  • Hautbild-verbessernd (Reinigung von innen)
  • „Schleimhautspülung“ von innen (Lunge/HNO, Harnwege)
  • Regulierung der Zellteilung (stark krebshemmend)
  • cholesterinregulierend
  • antithrombotisch, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes
  • blutdruckregulierend
  • knochenstärkend (durch Vitamin C, Calcium und unzählige andere Mineralstoffe)
  • bindegewebsstärkend
  • gegen Durchfall, Verstopfung, Blähungen

Als Nahrungsmittel saisonal im Frühling genossen, kann sie die genannten Leiden sehr effizient verhindern, auch im Wechsel mit Verwandten wie Kresse, anderen Schaumkräutern oder Hirtentäschel. Bestehende Probleme zu bekämpfen, ist immer etwas langwieriger.

Von Senf, Iod und Riesendrüsen
Die enthaltenen Senföle (s. nächster Absatz) können die Iodaufnahme aus der Nahrung reduzieren und so einen Iodmangel hervorrufen. In extremen Fällen kann es zu einer krankhaften Vergrößerung der Schilddrüse, einem „Kropf“, kommen. Das passiert aber nur bei jahrelanger, sehr einseitiger Ernährung mit Kohlgemüse und anderen Kreuzblütlern. Auch hier gilt: Wer aus „Vorsicht“ auf Kreuzblütler verzichten würde, würde sich größeren Schaden zufügen, als wenn er normale Mengen konsumiert.

Von Zucker und Senf
Für diese Effekte sind die scharfen Senföle (= Isothiocyanate) verantwortlich. Sie werden aus ihren Glycosiden (den Glucosinolaten, auch „Senfölglycoside“) freigesetzt, sobald die Zelle verletzt wird, nämlich durch Kauen oder Zerschneiden. Denn die Abspaltung des Senföls aus seinem Glycosid wird von einem Enzym bewerkstelligt, das in der intakten Zelle separat aufbewahrt wird. Erst durch Verletzung der Zelle kommen die beiden zusammen und das Enzym schneidet den Zucker (die Glucose, = das komische Sechseck links vom S) ab. Der verbleibende Molekülrest ist das Senföl.

Falls jemanden die Formel interessiert (© Benjah-bmm27):

Deshalb wird auch der Kren traditionellerweise nicht gerieben, sondern „gerissen“, dafür ist der komische Teil auf der Reibe da – der mit den vielen spitzen, kleinen Zähnchen. So werden die Zellen erst so richtig zermerschert, und die volle Schärfe kann sich entfalten. Senfölglycoside kommen in Mitteleuropa ausschließlich in Kreuzblütlern vor.

Die verschiedenen Selföle sind – genau wie die ätherischen Öle – fettlöslich und werden im obersten Dünndarmabschnitt, also gleich nach dem Magen, sehr leicht ins Blut aufgenommen. Wenn sie nicht vorher schon von irgendeinem hilfreichen Darmbewohner gefressen wurden, denn auch die freuen sich drüber; die weniger hilfreichen werden praktischerweise zerstört oder gehemmt. (Senföle sind schließlich bakterizid)

Ausgeschieden werden sie über Niere und Blase, sodass sie auch hier nochmal ihre antimikrobielle Wirkung entfalten können, z.B. bei einer Blasenentzündung.

Zu den Senfölglycosiden kommt noch eine Menge Vitamin C und Calcium, um nur zwei aus der langen Liste ihrer Nährstoffe zu nennen. Wesentlich an der Wirkung beteiligt ist außerdem das ätherische Öl der Zwiebelzahnwurz.

Verwendung
Alle Schaumkräuter verwendet man am besten frisch, beim Trocknen würden sie sehr verlieren. Man kann sie auch einfrieren, z.B. indem man sie (ggf. mit anderen Frischkräutern) zu einem grünen Smoothie vermixt und dann in Eiswürfelförmchen einfriert, dann sind sie auch gleich gut portioniert.

Kulinarisch kann man sie genau gleich einsetzen wie Kresse: grob oder fein geschnitten drüberstreuen, oder im Ganzen drapieren – ich knabbere zum Frühstück gerne die ganzen Blättchen zum Käsebrot dazu.

Typische Merkmale: zeitig im Vorfrühling; wächst auf Waldböden mit dicker Laubschicht; unbehaart; rötlich überlaufen

Hier ein Einzelblatt, Struktur schon gut erkennbar: längliche Blattform mit mehreren Fiederblättern. 1 an der Blattspitze (weist nach links), zwei weitere Fiederblattpaare = 5 Blattfiedern.

Spätestens an dieser Stelle bin ich mir sicher genug, um zu kosten: Eindeutig scharf! Bingo! 😀

Ziemlich fertiges Blatt, viel mehr wirds nimmer. Unten sieht man, dass die Pflanze noch viel vorhat: Sie wird mindestens kniehoch. Schön zu sehen die gesägten, spitz zulaufenden Blattfiedern.

Kleiner Exkurs: Das eng verwandte „Behaarte Schaumkraut“, Cardamine hirsuta. (auch wenn ich noch keine Haare drauf gefunden hab – vielleicht braucht man dazu eine Lupe) Auf Englisch sehr sprechend „Hairy Bittercress“, denn bitter schmeckt sie. Lange nicht so gut wie die Zwiebelzahnwurz. Aber sehr kälteresistent und damit schon im kalten Vorfrühling, wo man noch nimmt was man kriegt. Eine kleine Menge waschen und fein schnippeln, damit sich der Geschmack gut verteilt, z.B. in Salat und Aufstrich. Eh in allen Rezepten, wo Kresse und Zwiebelzahnwurz hineinpassen, nur vorsichtiger sein mit der Menge wegen der herberen Note.

Behaartes Schaumkraut oder Gartenschaumkraut: Im frühesten Frühling auf offenen Flächen, gerne Pionierpflanze auf nackter Erde. Bildet dichte, kleine Rosetten mit winzigen weißen Kreuzblüten.

Entzückt mich immer wieder – so wunzig, und so kraftstrotzend! Sehr hübsch, die Blätter mit den vielen rundlichen Blattfiedern, knackig und saftig. Sieht man aber nur, wenn man ganz genau hinschaut. 🙂

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Noch mehr Öhrchen

Ich kanns nicht lassen, ich könnte täglich die Judasohren im Garten fotografieren. Oder besser gesagt Judasöhrchen, sie sind ja noch ganz klein. Ich hoffe, sie überleben lange genug, dass ich sie auch noch fotografieren kann wenn sie schon groß sind; kann sein, dass wir sie vorher schon aufessen. Sie schmecken nämlich besser als als man meinen könnte. Einfach in feine Streifen schneiden und dekorativ über den Salat streuen, oder unter die Nudeln mischen, oder ins Dressing mixen, oder … oder … oder …

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Gegen alles ist ein Winterling gewachsen

Zum Abschied von 2017 noch schnell etwas Saisonales.

Was ist ein Winterling? Ja, das ist nicht ganz einfach, da gibt es nämlich mindestens 3 Möglichkeiten: Judasohr, Austernpilz oder Samtfußrübling. Das sind Pilze, die durch den Kältereiz angeregt werden, Fruchtkörper zu bilden. Sie haben dadurch den Vorteil, dass im Winter der Fraßdruck durch Insekten, Bakterien und Schimmelpilze stark verringert ist. Alle drei sind Baumpilze. Dazu zwei kleine Überlieferungen:

  1. Nahrung von Vierbeinern (Rind, Schwein, …) ist nicht so gesund wie Nahrung von Zweibeinern (damit sind natürlich Vögel gemeint, z. B. Hühner);
    Nahrung von Zweibeinern ist nicht so gesund wie Nahrung von Einbeinern – und damit sind Pilze gemeint.
  2. Und Hildegard von Bingen fügte hinzu: Besser Baumpilze als Bodenpilze!

Für uns Menschen (und auch Tiere) sind sie als köstliche Speisepilze interessant, und natürlich als Heilmittel. Man kann – aus selbst gesammelten oder gekauften Pilzen – ein stärkendes Elixier herstellen, das gegen jegliches Leid schützen sollte. 😉 Jeder der drei genannten Pilze kann dazu verwendet werden. Ich habe das unfassbare Glück, zwei von von den dreien jetzt gerade im Garten zu haben; und den Austernpilz habe ich schon beim Spazierengehen gefunden. So treibt mich der Heilpilz-Jagdtrieb immer wieder an bestimmte Orte im Wald, um zu sehen, ob es was zu sammeln gibt. Außerdem fällt von meinem Arbeitstisch aus mein Blick genau auf einige Birkenporlinge auf einer der Birken vorm Haus. Ich habe etwas davon in Korn angesetzt. Fürs neue Jahr. 🙂

Heilpilztinktur

… aus getrockneten Pilzen: 1 l Korn (38 %) in ein verschließbares Glas geben. 50 g Pilzpulver einrühren. Verschließen und 10 – 14 Tage an einen dunklen Ort stellen. Danach abseihen und in Tropfer-Fläschchen umfüllen. 2 x täglich 20 Tropfen in Wasser oder Tee.

… aus frischen Pilzen:  Glas zu 2/3 mit den frischen Pilzen füllen, mit möglichst hochprozentigem Alkohol auffüllen (z. B. Ansatzkorn = 80 %). Gut verschließen und warm stellen (es ist ja Winter). Nach 4 Wochen durch ein Sieb passieren, in braune Flaschen füllen und auf 30 % verdünnen. (Den Sud mit Wasser bedecken und 24 h ziehen lassen und abseihen, das ergibt einen Gesundheitstrunk.) 3 x täglich 6 Tr. in Wasser, Tee oder Saft.

Die gesundheitlichen Wirkungen von Pilzen sind in der Volksheilkunde erschöpfend beschrieben, und langsam zieht endlich auch die medizinische Forschung nach. Folgende Wirkungen sind bislang wissenschaftlich bestätigt:

Austernpilz (Pleurotus ostreatus)

  • cholesterinsenkend (wenn erhöht)
  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • tumorhemmend
  • verdauungsfördernd
  • Osteoporose-Prophylaxe
  • immunmodulierend

Der Austernpilz oder Austernseitling hat neben „Winterpilz“ noch weitere sprechende Beinamen, nämlich „Weihnachtspilz“ und „Kalbfleischpilz“. Er ist in Konsistenz und Eiweißzusammensetzung einem zarten Kalbssteak nicht unähnlich. Foto: © Holger Krisp, Ulm

Austern-Seitling_Austernpilz_Pleurotus_ostreatus

Judasohr (Auricularia auricula-judae)

  • blutstillend (innerlich und äußerlich)
  • blutgerinnungshemmend – verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, daher …
  • durchblutungsfördernd
  • Bluthochdruck
  • blutzuckersenkend (wenn erhöht)
  • cholesterinsenkend (wenn erhöht)
  • Diabetes Typ 2
  • tumorhemmend
  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • Hämorrhoiden
  • Muskelkrämpfe
  • Schmerzen des Bewegungsapparats (v. a. Rücken)
  • Tonikum, Stärkungsmittel

Also insgesamt ein Rundum-Gesunderhalter, wenn vorbeugend eingenommen, und ein gutes Ausgleichsmittel, wenn etwas aus dem Lot geraten ist. Es ist übrigens das europäische Pendant zum Mu-err, der schwarzen „Morchel“ in der Suppe im Chinarestaurant. (die Bezeichnung Morchel ist hier falsch) Judasohren enthalten sogenannte sulfatierte (also schwefelhaltige) Polysaccharide, die Polysacchariden in Algen ähneln. Foto: © Svdmolen 2005

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Samtfußrübling

  • tumorhemmend (begleitend in der Krebstherapie)
  • immunmodulierend (ausgleichend, auch bei Allergien)
  • antioxidativ (Zellschutz)
  • virushemmend
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Bluthochdruck
  • Leberleiden

Der Samtfußrübling (Flammulina velutipes) ist im Heilpilz-Handel unter dem Namen Enoki erhältlich. In der Schweiz, wo die Schmetterlingstramete nicht als Vitalpilz zugelassen ist, wird er als Ersatz für diese verordnet. Foto: © Henk Monster, Arnhem/D 2014

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Die genannten Anwendungsbereiche sind nicht in Stein gemeißelt, denn erstens sind sie nur eine grobe Zusammenfassung, und zweitens werden laufend weitere Eigenschaften wissenschaftlich bestätigt.

© Headerfoto: Wikicommons, Sideways.72, November 2015

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