Fräulein Grüns Wohlfühlkräuter-Wissen

Wer häufig im Internet über Kräuter recherchiert, wird „Fräulein Grün“ kennen: die Web-Präsenz von Karina Reichl. Die Salzburger Kräuterexpertin kommt ursprünglich aus der Medienwelt, was man an ihrem sehr gelungenen Webauftritt sehen kann. 2016 absolvierte sie einen Lehrgang in Traditionell Europäischer Heilkunde und führt seither ihre Fortbildung in Richtung Naturheilkunde und Wald laufend weiter.

Im März vorigen Jahres erschien ihr Kartenset der „Wohlfühlkräuter“: 33 Karten mit einem kleinen Büchlein. Jede Karte widmet sich einer Pflanzenart, zumeist sind es heimische Wildkräuter, aber auch Mediterranes wie Rosmarin ist vertreten. Auf den Karten finden sich der deutsche und der wissenschaftliche Name, eine farbige Zeichnung und eine kleine Beschreibung der „Wesensart“ der Pflanze.

Da ist zB der Hopfen („Der Freundliche“), der freundlich an der Hand nimmt und aus der Anspannung in die Gelassenheit führt. Oder die Mariendistel („Die Reinigende“), die schützend eine Grenze ziehen hilft und Leichtigkeit bringt, wenn das Zuviel von außen nicht mehr tragbar ist.

Eindeutig: Hier steht das seelische Wohlbefinden im Fokus, nicht wie gewohnt die Wirkung bei körperlichen Leiden. Die Karten bieten die Möglichkeit, durch Zufall oder Intuition – je nach Überzeugung – zB das Kräutlein des Tages zu ziehen und sich bewusst dem Thema der Pflanze zu widmen, wie im Büchlein empfohlen. Es gibt noch ein paar andere Anregungen zur Anwendung, und ich möchte noch eine hinzufügen: Gegen jedes Leiden ist nämlich nicht nur ein Kraut gewachsen, sondern in der Regel gleich mehrere, sodass es mir oft schwer fällt, zu entscheiden, was nun zB das für mich angezeigte Leberkraut ist. Ich schmökere dann die Karten nach Leberkräutern durch und ziehe blind eine aus der Handvoll Karten. Die Methode ist zwar etwas aufwendiger, macht aber auch Spaß, und man kann das eigene Kräuterwissen prüfen und vertiefen.

Wenn man nun die Pflanze(n) des Tages ausgewählt hat, helfen zahlreiche Anwendungstipps und kulinarische und auch Heilmittel-Rezepte, um ins Tun zu kommen. Ein sehr ansprechendes und hilfreiches kleines Wissenspaket.

ISBN: 978-3-7787-9305-3
Auflage: Originalausgabe
160 Seiten
durchgehend 4c
21.6 cm x 16.5 cm

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Warten auf Regen

Vom großen Reich der Pilze ist derzeit nicht viel zu sehen. Es hat seit vielen Wochen nicht mehr geregnet, das macht die monatliche Heilpilzwanderung zur Herausforderung. Im Februar musste sie ausfallen, und im März wurde eine Kräuterführung mit nur zwei, drei vertrockneten Alibi-Pilzen daraus. Immerhin sind wir mit den Heilpilzen nicht auf die vergänglichen, saftig-weichen Speisepilze angewiesen. Viele heilkräftige Pilze sind holzige Baumpilze, die das ganze Jahr über auf ihrem Stamm sitzen. Doch für eine richtige Pilzwanderung reicht das nicht.

Die größte Herausforderung ist die Trockenheit natürlich für den Wald selbst. Zum Glück gibt es nicht nur die holzzersetzenden Pilze, sondern auch die Symbiosepilze, die unterirdisch mit dem Wurzelgeflecht der Bäume und anderen Pflanzen so innig verflochten sind, dass ein direkter Stoffaustausch möglich ist. Manche Pflanze erlaubt dem Pilz sogar, in ihre Wurzelzellen einzudringen.

Aus gutem Grund: Nicht nur der Pilz erhält von der Pflanze den lebensnotwendigen Zucker (die Glucose aus der Photosynthese, Pilze haben schließlich kein Chlorophyll), sondern auch die Pflanze erhält einen Gegenwert, sonst wäre es keine Symbiose: Wasser. Der Pilz im Boden ist wie ein Schwamm, ein weitläufiges, sehr aktives Hyphengeflecht, das bei Regen viel Wasser aufnehmen kann – um es bei Trockenheit wieder abzugeben. Dieses Geflecht wirkt wie eine Verlängerung der Pflanzenwurzeln. Kaum eine Landpflanze ohne Symbiosepilz, und wenn, dann sind es oft Kümmerer. (Man kann eine Pflanze düngen soviel man will; sind keine Pilze im Boden vorhanden, gedeiht sie schlecht.)

Wollen wir hoffen, dass die Pilze im Boden noch genügend Wasser haben, um den Bäumen gut über die Runden zu helfen. Und ich mache einstweilen mit meinen Kräuterwanderungen weiter, denn die Kräuter sind längst heraußen! Neben dem Bärlauch findet man hier im Wienerwald derzeit reichlich Zwiebelzahnwurz, Lungenkraut, Waldmeister und Scharbockskraut.

Eine Besonderheit sind aber die Gehölzknospen, die jetzt, kurz bevor sie aufplatzen, dick und groß werden. … naja, groß ist relativ, aber ihre inneren Werte sind so grandios, dass man sie – so die Überlieferung – ohnehin nur „fingerhutweise“ sammelt. Meine Lieblinge sind Linde, Brombeere und Kirsche. Mich zieht es (bzw. mein Hund) ja täglich hinaus, da bekomme ich meine Ration an wunderbaren Pflanzenstoffen. Linde glänzt durch schleimhautpflegende Schleimstoffe, und nebenbei glänzen oft auch ihre jungen Zweige und Knospen lackrot. Brombeerknospen haben ein herb-würziges Aroma, das ich kaum beschreiben kann. Sie sind berühmt u.a. für ihren Mineralstoffreichtum. Kirschenknospen haben einen Hauch von Marzipan und reinigen Blut und Gelenksknorpel. Um nur ganz wenige Beispiele zu nennen.

Hiermit beende ich diese virtuelle Frühlingswaldwanderung. Echte Wanderungen mache ich monatlich: Jour fixe ist der vorletzte Samstag im Monat. Ausnahmen bestätigen die Regel, so findet die April-Wanderung schon am 2.4. statt. Bitte unbedingt um Anmeldung! Damit alle möglichst viel davon haben, ist die Teilnehmer°innenzahl mit 12 begrenzt.

Nächste Termine: 2. April, 21. Mai, 18. Juni. Zusätzliche Termine auf Anfrage möglich!
Uhrzeit: 11:45 h (Ankunft Bus aus Hütteldorf: ca. 11:35 h)
Treffpunkt: Gablitzer Friedhof, Hauersteigstraße 30, oberer Parkplatz
Kursbeitrag: € 25
Anmeldung: willkommen@gerit-fischer.at, 0699 11 37 57 11
Stornobedingungen: Abmeldung bis 2 Tage vor Beginn kostenfrei, ab dem Vortag müssen 50 % Stornogebühr verrechnet werden.

Mit Unterstützung der ÖBf AG.
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Gratis-Pilzwanderung am Naturparkfest Purkersdorf

Meine monatliche Heilpilzwanderung findet diesmal nicht in Gablitz, sondern im benachbarten Purkersdorf statt – ca. 6 Autominuten von der Wiener Stadtgrenze entfernt. Denn hier feiert der Naturpark Purkersdorf sein heuriges Herbstfest! Meine Wanderung ist daher diesmal eine Genusstour zum Thema „Sammelbares aus dem Wald“.

Traditionsgemäß und naturgemäß richten sich die Inhalte der Wanderung danach, was wir so finden. Es können sich also auch Wildkräuter und – jetzt im Herbst – Wildfrüchte dazu mischen. Wie am Teller, so auch bei der Führung! 😉 Genaueres zum Konzept der Wanderung findet ihr hier.

Ich freue mich über euer zahlreiches Erscheinen! Und nach der Wanderung alias „Genusstour“ findet man mich beim Stand der Food Coop Wienerwald.
UND: Es gilt für das ganze Fest die 3-G-Regel sowie eine verpflichtende Anmeldung bis Freitag, 17.9.2021 beim Naturpark-Büro (s.u.)!!

Die Details:

  • Ort: Naturparkzentrum Purkersdorf, Eingang Rudolf Hanke Gasse
  • Uhrzeit Fest: 14 – 18 h
  • Uhrzeit Pilzwanderung: 15:30 – 16:30 h
  • Treffpunkt Wanderung: wird nach Anmeldung per Mail bekannt gegeben
  • Kosten: Keine – Spende willkommen!
  • Anmeldung für Fest und Wanderung: bis Freitag, 17.9. via www.naturpark-purkersdorf.at
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Pilz-Wanderungen mit und ohne Jodeln

Pilze, Jodeln und Wandern – wenn das nicht kitschig klingt! Bis vor einigen Jahren hätte ich mich dadurch nicht angesprochen gefühlt, doch inzwischen sehe ich die Dinge in neuem Licht.

Pilze – viel mehr als nur Nahrung: Heute weiß ich, dass Pilze heilen können – oder, noch besser: Krankheiten Vorschub leisten können. Diese schwer greifbaren Wesen – nicht Pflanze, nicht Tier – haben Vorzüge zu bieten, mit denen die Forschung bis vor kurzem nicht gerechnet hat; inzwischen sind schon sehr viele der überlieferten Wirkungen wissenschaftlich einwandfrei nachvollziehbar, und täglich kommen neue Nachweise dazu.

Jodeln – in meinen Ohren einst ein schrulliger Trachtenpärchen-Gesang mit zünftigem, oft peinlich-abgeschmacktem Text. Doch seit ich bei Maria Kapelari Jodler ohne Text kennenlernte, erlebe ich das Jodeln als etwas Archaisches und als Wohltat. Eine Mischung aus Atemübung, Erdung, Yoga und Tönen. Am schönsten finde ich das mehrstimmige Jodeln: Wenn sich beim Ineinanderfließen der verschiedenen Melodien akustische Interferenzen bilden, bleibt kurz die Zeit stehen. Es wird etwas Uraltes spürbar, bei dem es nicht um Schönheit und Korrektheit im herkömmlichen Sinn geht. Die Stimme findet sich ein, wo sie die größte Kraft hat. Schließlich war Jodeln ursprünglich Kommunikationsmittel, die Stimme musste weit tragen. Maria führt ihre Gruppen mit Atem- und Stimmübungen zu der Ruhe, in der die Kraft liegt.

Vorne: Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon); hinten: vermutlich (schon etwas ältere) Rötelritterlinge

Wandern – auch daran habe ich eher gemischte Kindheitserinnerungen. Schon als Kind detailverliebt, konnte mir das Verweilen am Wegesrand nie lang genug dauern. Doch inzwischen bin ich groß und schätze das Gehen als große Bereicherung meines Alltags. Und im Fall von Kräuter- und/oder Jodel-Wanderungen ist das Verweilen – zum Zweck der Kräuter- oder Pilzbeschau bzw. um zu singen – ein fixer Programmpunkt. 🙂

>> 18. September: Pilzwanderung – ausnahmsweise in den Naturpark Purkersdorf zum Naturpark-Fest verlegt – dem Anlass entsprechend GRATIS! Details
>> 25. September, Ganztags-Pilz-Jodel-Wanderung Details
>> 23. Oktober, 2-stündige Pilzwanderung in Gablitz Details

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FRAUENZIMMER – eine Kooperation mit Lieb.Lings.Yoga

Schon lange wollten wir zwei mal wieder etwas gemeinsam anbieten: Clara Hablesreiter und ich. Unsere Tätigkeitsbereiche sind sehr unterschiedlich, doch es gibt immer eine Menge Überschneidungen in unseren Interessen: Wald, Feuer, Erde, Ernährung, Lebensweise, Rhythmen, altes und neues Wissen, Wald und nochmal Wald. (Hunde, Familie und Foodcoop lassen wir hier ausnahmsweise weg ;D)

Aus diesen Elementen haben wir nun diese Seminarreihe gezimmert: vier wichtige Termine im uralten Jahresrad, eine Melange aus Yoga-Übungen, Ritualen und praktischen Heilpilz-Anwendungen, aus alter und neuer Heilkunde und einer echten, physischen 2,5-stündigen Heilpilz-Wanderung im artenreichen Wienerwald, wo wir uns die heilkräftigen Pilze in echt anschauen. Clara macht Yoga, Rituale und Meditation, ich steuere die Pilze bei und das entsprechende Ernährungswissen. Soweit der grobe Entwurf.

Coriolus versicolor - rot_kl_üa

Wir begehen diese Termine in Form von Online-Meetings, damit uns auch wirklich kein Lockdown einen Strich durch die Rechnung machen kann. Nur der letzte Termin beinhaltet ein echtes Treffen: die Heilpilz-Führung. Für die, die zu weit weg wohnen, um zur „echten Führung“ zu kommen, ist eine Online-Präsentation angedacht. Das ist zwar keine Führung, andererseits finden wir auf diese Weise garantiert alle Pilze, die ich schon mal fotografiert habe. 😉 So hat eben alles seine Vorzüge.

Die ganze Seminarreihe bietet ein intensives Eintauchen in einen archaischen und gleichzeitig ganz neuen Wissensschatz, den es in dieser Kombination unseres Wissens noch nirgends gibt. Viel schöner ausformuliert hat es Clara in ihrem Frauenzimmer.

Termine
31.01.2021 Imbolc, 9 – 12 h
27.03.2021 Ostara, 9 – 12 h
25.04.2021 Beltane, 18 – 21 h
19.06.2021 Litha, 9 – 11 und 14 – 17 h (inkl. Heilpilzführung im Wienerwald*, Treffpunkt Purkersdorf/Gablitz; Details folgen beizeiten)

Seminarbeitrag
€ 65 pro Termin inkl. Mwst.  (inkl. PDF-Booklet)

Anmeldung
info@lieblingsyoga.com
www.lieblingsyoga.com/frauenzimmer

* Im Falle eines Lockdowns wird die Pilzführung nach bewährter Praxis als reich bebilderte Online-Präsentation durchgeführt.


(c) Clara Hablesreiter

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Buchrezension: Das große Buch vom Räuchern

Gerade noch vor Beginn der Rau(c)hnächte möchte ich eine Neuerscheinung zum Thema Räuchern präsentieren. Auch wenn es als Handbuch bezeichnet wird, ist es ein umfassendes Kompendium, das auch weit über den Tellerrand blickt. Dabei war es dem Autor Alexander Glück wichtig, das Räuchern einmal frei von Ideologien und spirituellen Vorgaben auszubreiten. Nicht alle, die sich fürs Räuchern interessieren, wollen ins Reich der Feen und Elfen eintauchen.

Das schon vielfach beschriebene „Räuchern im Jahreskreis“ nimmt in diesem Buch nicht allzu viel Platz ein, dafür wird die Räucherpraxis umso ausführlicher besprochen. Hier wird das Für und Wider der verschiedenen Wärmequellen und Räuchergefäße eingehend dargelegt. Ich finde das hochinformativ; die Vielfalt an Möglichkeiten hat mich immer eher überfordert als inspiriert. Endlich erfahre ich die praktischen Überlegungen hinter den verschiedenen Räucherschalen und -stövchen, sowie die kulturell-spirituellen Hintergründe.

Als Praxisbuch enthält es jede Menge Rezepte und Anleitungen, Vorschläge für Themen- und Jahreszeiten-Räuchermischungen. Erfreulicherweise wurde dem Räuchern mit heimischen Materialien ein eigenes Kapitel gewidmet. Rinden, Harze, Nadeln und Kräuter zum Räuchern selbst zu sammeln, finde ich viel reizvoller als die Handelsware ungewisser Herkunft mit ihrer umwerfenden Geruchsintensität.

Jeder lieb gewonnene Küchennapf kann mehr bedeuten als die mit Pentagrammen verzierten Schälchen, die als anonyme Massenware im Esoterikhandel angeboten werden.“ S. 99

Das Räuchern ist die Ur-Form der Aromatherapie, die sich heute der ätherischen Öle bedient. Konsequenterweise findet sich dazu in diesem Räucher-Buch ein Kapitel übers „Räuchern extrem“. Hier geht der Autor auch noch auf die Einsatzmöglichkeiten dieser hochpotenten, flüchtigen Pflanzenstoffe ein.

„Das Räuchern ist stets ein Vorgang, bei dem man
etwas
aussucht, um es weiter zu geben.“ S. 96

Als Journalist und Buchautor hat Alexander Glück seinen Schwerpunkt in den Kulturwissenschaften, sein umfassendes Wissen reicht über die historisch überlieferten Traditionen bis hin zu moderneren Entwicklungen der Räucherpraxis. Dabei ist er kein schnöder Pragmatiker: Er hat viele Jahre Erfahrung mit dem Räuchern, und die Begeisterung für Rituale und für das Geheimnisvoll-Meditative lässt sich nicht leugnen.

Was mir persönlich allerdings fehlt: die Pilze. Sowohl als Hitzespender als auch als Räuchermittel sind Pilze aus der Kulturgeschichte des Räucherns eigentlich kaum wegzudenken. Trotzdem habe ich große Freude an diesem Buch, es ist ein reicher Fundus an Ideen und Möglichkeiten. Die eigentlichen zwölf Rauhnächte beginnen am Abend des 25. 12. und enden mit dem Dreikönigstag am 6.1. In dieser dunkelsten Zeit im Jahr sind wir eingeladen, nach innen zu schauen und zu horchen. Eine gute, unverkrampfte Räucherung kann dabei sehr hilfreich sein. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Das große Handbuch vom Räuchern Kultur – Praxis – Rezepte
Alexander Glück 256 Seiten, gebundene Ausgabe
Königsfurt-Uraina, Krummwisch bei Kiel, 2020
ISBN-13: 978-3868261905
EUR 22,00
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National Mushroom Day

Wer es am 26. September verabsäumt hat, den europäischen „Tag des Pilzes“ zu begehen, hatte heute nochmal die Chance und konnte mit den Briten feiern. In Großbritannien ist nämlich der 15. Oktober der „National Mushroom Day“! Das ist tatsächlich kurios, weil das Vereinigte Königreich als Paradebeispiel für Mykophobie gilt. Sprich: „Die Briten“ sind bekannt dafür, dass sie um Pilze in jeglicher Form einen großen Bogen machen. (Ausnahme ist natürlich das Ale, das es ohne Hefepilze gar nicht gäbe) So gesehen ist der britische Mushroom Day eine wichtige Sache, um den Pilzen Englands zu einem besseren Image zu verhelfen. 

Andererseits tut man den Briten damit vielleicht unrecht, und das Ganze ist nur ein Klischee. Wie auch immer: Auf nationaltoday.com wird zum heutigen Jahrestag kräftig Stimmung gemacht für die ‚Shrooms oder Fungi, wie sie auf Englisch heißen. Man bekommt Anregungen, wie man diesen Tag gebührend feiern kann, und man erfährt, dass es einen Pilz gibt, der wie Hühnchen schmeckt. (meine Leserinnen und Leser wissen das ja schon ;D) Oder dass Champignons und Portobello-Pilze dasselbe sind, nur in verschiedenen Entwicklungsstadien. Und dass Blitze eine reiche Pilz-Ernte begünstigen – ein Phänomen, das erst vor einem halben Jahr wissenschaftlich erklärt werden konnte.

Einige weitere Vorzüge von Pilzen werden recht unterhaltsam aufgezeigt, nur einer nicht: die Heilwirkung. Noch immer ist kaum bekannt, dass sogar der gemeine Champignon – egal ob als weißer Champignon oder als Portobello – einen Gesundheitsnutzen an den Tag legt, der über den reinen Nährstoffgehalt weit hinaus geht. Um bei den Champignons zu bleiben: Getrocknete Champignons, mit Salz im Mörser verrieben, pflegen als Gurgelmittel die Mundschleimhaut und beugen Infektionen vor.

In meinem Büchlein ist den Champignons ein überlanges Kapitel gewidmet, mit zwei Kochrezepten und zwei Zubereitungen für die Hausapotheke. Genug Stoff, um in Zukunft alle möglichen Pilz-Tage des Jahres zu feiern, nationale, internationale oder weltweite!
Mahlzeit!

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Mein neues Buch ist fertig! :D

Mein neues Buch ist endlich fertig, juhuuu! Es ist Anfang August erschienen und vereint Heilpilzwissen mit Praxistipps in einem handlichen Kompaktratgeber. Das Besondere daran ist, dass es eben um heimische Arten geht, und dass auch das Sammeln und Verarbeiten genau beschrieben ist. Damit man sich mit Vital- bzw. Heilpilzen ebenso selbst versorgen kann wie mit Heilkräutern. 🙂 Es ist im Buchhandel und auch bei mir persönlich zu bekommen.

Ich freue mich ganz besonders über dieses Buch, die Idee dazu hätte von mir selbst kommen können. 🙂 Auch die Zusammenarbeit mit dem Mankau-Verlag und meiner lieben Redakteurin Tanja Braune (dieschnatterei.com) war ein Genuss.

Hier noch ein paar nette Seiten von der Verlags-Homepage:

Aber schaut es euch einfach selbst an! Damit seid ihr auch gleich für den Winter gerüstet, denn die Vitalpilz-Saison endet nicht mit dem Herbst!
Fröhliches Wandern wünsch ich!
Eure Gerit.

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19. 9. 2020 Heilkräuter und Heilpilze. Eine Wanderung.

Pilze, Kräuter und Menschen – diese drei teilen eine lange gemeinsame Geschichte. Vieles davon ist längst vergessen, doch was geblieben ist, will weitergegeben und wieder gelebt werden. Das ist der Zweck dieser kleinen Expedition.

Insbesondere bei den Pilzen will ich versuchen, ihre Lebensweise, ihre ökologische Funktion und die Rolle in unserer Kultur darzustellen. Auf Pilze und Kräuter mit anerkanntem Nährwert und Heilwirkung werde ich besonders eingehen. Koch- und Heilmittelrezepte überliefere ich gleich mündlich.

Wir dürfen gespannt sein, was wir finden!

Dazu passt mein neues Pilzbuch! 😀

Ort: Forststraße gegenüber vom Marienheim Gablitz, Hauersteigstraße 51, 3003 Gablitz
Zeit: 14 h, Dauer ca. 2 Stunden
Beitrag: € 25
Anmeldung: 0699 11 37 57 11 oder willkommen@gerit-fischer.at

Photo by Damir Omerović on Unsplash

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5 Pflanzen – 5 Joiks

Kräutersammeln – eine Mischung aus Wahrnehmung, Intuition und Wissen. 5 verschiedene Pflanzen erhalten in diesen Stunden unsere volle Aufmerksamkeit.

Joik –  der intuitive Gesang der Samen Nordeuropas. Wir treten mit den Pflanzen in Beziehung, erkunden ihr Wesen intuitiv und drücken dieses innere Erleben stimmlich aus.

Kräuter beim Sammeln zu besingen, ist eine uralte Praxis. In der wunderschönen Landschaft des Wienerwalds schauen, spüren, singen, kosten, lachen und lernen wir, verbinden uns mit denselben Nahrungs- und Heilpflanzen, die schon unsere Urahn/innen besprochen und besungen haben. Gleichzeitig erfahren wir so manches über das Sammeln, die Wirkung und Verwendung der Pflanzen.

Ein Erlebnis für alle, die sich für Stimme, Natur, Kräuter, Intuition, altes Kulturgut, Ernährung und Gesundheit interessieren.

Referentinnen: Maria Kapelari, Gerit Fischer
Ort:
3003 Gablitz, Treffpunkt Kirchengasse 4, beim Bankerl am Bach
Anfahrt: Bus 451 ab Hütteldorf (Abfahrt 13:22), bis Gablitz Gemeindeamt (Ankunft 13:50). Gehzeit bis zum Treffpunkt ca. 5 Min.
Uhrzeit
: 14 – 18 h
Beitrag:
€ 48 (für Tauschkreis-Mitglieder € 24 + 2 Stunden)
mitbringen: wettergemäße Kleidung, ggf. Sonnenschutz, geländegängige Schuhe, Trinkwasser
Anmeldung: bei Gerit (0699 11 37 57 11) oder Maria (0680 133 65 45)

Bei Regen oder Sturm kann die Führung kurzfristig abgesagt werden. Im Zweifelsfall bitte eine Stunde vor Beginn der Führung telefonisch nachfragen.

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